Wird Georg Djundja der erste schwule Bürgermeister in Salzburg?

Der Mitbegründer der SoHo Salzburg möchte nächstes Jahr kandidieren - und hat gute Chancen

Georg Djundja
SPÖ Salzburg

Premiere in der Salzburger Lokalpolitik: Mit Georg Djundja tritt nächstes Jahr zum ersten Mal ein offen schwuler Kandidat für eine Bürgermeisterwahl an. Der 34 Jahre alte Sozialdemokrat möchte gerne der 5.500 Einwohner starken Stadt Oberndorf bei Salzburg vorstehen und wird deshalb 2019 bei der Gemeinderatswahl kandidieren.

Bis jetzt hat Georg Djundja noch keine negativen Erfahrungen gemacht

Die Chancen dafür stehen gut: Die SPÖ hat den Bürgermeisterposten in Oberndorf bereits seit 15 Jahren inne, und Djundja ist in der Stadt, in der er seit zwei Jahren lebt, gut vernetzt – so spielt er beispielsweise Orgel in der Kirche, ist Mitglied des Pfarrkirchenrats und ist schon jetzt Vizebürgermeister.

Dass Georg Djundja schwul ist, ist in Oberndorf dabei durchaus ein Thema. Doch die Begegnungen mit den Bürgern von Oberndorf waren bis jetzt durchaus positiv. „Es hat sich viel getan, ich habe kaum negative Erfahrungen gemacht“, erinnert er sich gegenüber dem Salzburger Fenster: „Es ist schon so, dass die Leute neugierig sind und Fragen haben. Und es ist etwas Besonderes in einer so kleinen Gemeindestruktur, wenn jemand offen damit umgeht“, gibt er offen zu. Durch Gespräche würden allerdings viele Ängste und Vorbehalte fallen.

Seinen Partner nimmt Djundja auch zu Ausflügen des Pfarrgemeinderates mit

Privat ist der 34-Jährige Gewerkschafter in einer Beziehung – mit einem „verständnisvollen Partner“, wie er selbst zugibt. Den nimmt er auch auf Ausflüge des Pfarrgemeinderates mit. „Manche habe ich wahrscheinlich zum Nachdenken angeregt, aber das ist ja nicht schlecht“, sagt er dazu.

Wenn Djundja nächstes Jahr Bürgermeister von Oberndorf wird, muss er wohl bei einigen anderen Ämtern leiser treten. So hat er 2011 die SoHo Salzburg mitbegründet und war ihr erster Vorsitzender. Zusätzlich zu seinen Funktionen in der Pfarre und als Vizebürgermeister ist er auch Landesgeschäftsführer der sozialdemokratischen Gewerkschafter und engagiert sich ehrenamtlich im Samariterbund.