Argentinien: Werbespot zur Fußball-WM irritiert LGBT-Community

Hat ein Sportsender die Homophobie in Russland nicht ernst genug genommen?

Am 14. Juni beginnt in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft. Doch schon im Vorfeld sorgt der Werbespot eines argentinischen Sportsenders für Aufregung: Er thematisiert die LGBT-feindliche Stimmung in dem Austragungsland – was auch innerhalb der Community nicht immer gut ankommt.

Eine coole Idee – aber für LGBT-Vertreter schlecht umgesetzt

„Lieber russischer Präsident, wir haben gehört, dass in ihrem Land Liebesbekundungen zwischen Männern nicht erlaubt sind. Da haben wir ein Problem“, heißt es in dem Spot des Sportsenders TyC. Es folgen Szenen von Fans, die sich während des Spiels in die Arme fallen und küssen, sowie von halbnackten Spielern, die ihren Sieg in der Kabine feiern. Zum Schluß heißt es: „Herr Putin, wenn die Liebe zwischen Männern für sie eine Krankheit ist, dann sind wir schwer krank. Und wissen Sie was? Es ist ansteckend.“

Eine coole Idee – doch unter argentinischen LGBT-Aktivisten hält sich die Freude über den Spot in Grenzen. „Uns ist zu Ohren gekommen, dass sie in ihrem Kanal die schwere Lage der LGBT-Gemeinde in Russland banalisieren und die Vorurteile weiter verbreiten, die diese Gruppe stigmatisieren“, reagierte die Stiftung Huésped auf Twitter: „Wir haben ein Problem. Das ist nicht lustig.“

Der Sportsender zog den Werbespot mittlerweile wieder zurück

Huésped forderte von TyC eine Entschuldigung für den Spot. Der Sportsender reagierte auf die Kritik und zog den Werbespot nach der Kritik mittlerweile zurück.

Argentinien spielt bei der Fußball-Weltmeisterschaft gemeinsam mit Island, Kroatien und Nigeria in Gruppe D. Die WM findet von 14. Juni bis 15. Juli in elf russischen Städten statt. Seit 2013 gibt es in Russland ein Gesetz, das „homosexuelle Propaganda“ unter Strafe stellt, wenn Minderjährige sie sehen könnten. Seitdem ist die Zahl der Angriffe auf sexuelle Minderheiten merkbar gestiegen.