Leipzig: Unbekannter schlägt Trans-Frau mitten in der Innenstadt

Danach dürfte er noch in die Notaufnahme gekommen sein

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Leipzig wurde am Montag eine transsexuelle Studentin wegen ihrer Geschlechtsidentität angegriffen und verletzt. Das berichtet der Student_innenRat (StuRa) der Universität Leipzig. Danach dürfte sich der Täter in der Notaufnahme davon überzeugt haben, was er der Transfrau angetan hat.

Ohne Vorwarnung beleidigte ein Unbekannter die 22-Jährige und brach ihr die Nase

Dem StuRa zufolge wurde die 22-Jährige am Montag gegen 18.30 Uhr beleidigt und angegriffen: Sie saß gerade mit einer Kommilitonin auf der Mauer vor der Moritzbastei. Ohne Vorwarnung kam ein unbekannter Mann auf sie zu und fragte sie nach ihrem Geschlecht. Anschließend forderte er sie auf, ihm auf offener Straße ihre Geschlechtsorgane zu zeigen.

Die beiden Frauen versuchten zunächst, den Mann freundlich, aber bestimmt abzuwimmeln. „Der Unbekannte täuschte an zu gehen, drehte sich aber noch mal um und schlug zu“, berichtet StuRa-Sprecher Nicolas Laible der Leipziger Volkszeitung.  Dabei brach er der 22-Jährigen das Nasenbein. Der gesamte Angriff dauerte nicht einmal eine Minute. Danach ging der Mann seelenruhig in Richtung Augustplatz weiter, als ob nichts geschehen wäre.

Fußgänger, die durch den Schlag aufmerksam wurden, kamen zur Hilfe und versorgten die transsexuelle Studentin. Danach fuhr sie mit ihrer Freundin in die Notaufnahme der Universitätsklinik Leipzig.

Er kam in die Notaufnahme, sah sein Opfer, lächelte und ging

Was dort passierte, scheint unfassbar: Während die beiden Frauen auf die Versorgung der Verletzten warteten, tauchte gegen 20 Uhr plötzlich der Angreifer in der Notaufnahme auf. Er sah sich suchend um, erkannte sein Opfer und ihre Begleiterin, lächelte und verließ das Krankenhaus wieder. Der Freundin der 22-Jährigen gelang es, vor der Uniklinik mit dem Handy ein Foto des mutmaßlichen Angreifers zu schießen.

Das einzige Motiv für die Gewalttat dürfte die Transsexualität des Opfers gewesen sein, ist der StuRa überzeugt. Die Tat wurde mittlerweile bei der Polizei Leipzig angezeigt, der Fall werde der Behörde zufolge geprüft.

Studierende der Uni Leipzig sind entsetzt über die Brutalität des Angriffs

Nach Angaben der Studentin war der Täter Mitte bis Ende 30, etwa 1,80 Meter groß und trainiert. Er sprach mit leicht sächsischem Dialekt. Bekleidet war er mit einem rotem Kaupuzenpullover, einer dunkelblauen bis schwarzen Hose, einem hellgrauen Basecap und schwarzen Schuhen mit weißer Sohle.

Der StuRa der Universität Leipzig zeigt sich in einer Stellungnahme „entsetzt über die menschenverachtende Form und Brutalität des Übergriffes“: „Wir möchten uns ausdrücklich mit der betroffenen Kommilitonin solidarisieren. Wir verstehen den Vorfall als Ausdruck immer noch bestehender Intoleranz gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten. Der StuRa verurteilen das Geschehen und diese Intoleranz aufs Schärfste“, heißt es in einer Aussendung.