Gekommen, um zu bleiben: Frankfurt/Main bekommt dauerhafte Ampelpärchen

Mit dem Sanktus des Verkehrsministers: Pärchen werden nicht mehr abmontiert

Ampelpärchen
Manfred Werner/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Bisher hatte Frankfurt am Main nur während des CSD, was in Wien seit 2015 in der ganzen Stadt zu sehen ist: Hetero- und homosexuelle Ampelpärchen, die zusammen liebevoll an der Kreuzung warten. Doch morgen soll die Mainmetropole ihre erstes dauerhaftes Ampelpärchen bekommen.

Die Pärchen werden auf der Kreuzung vor der Konstablerwache installiert. In Frankfurt werden sie liebevoll „Schwampeln“ genannt. Und das, obwohl nicht nur ein schwules, sondern auch ein lesbisches Paar an der Kreuzung wartet.

Ampelpärchen nur zum Frankfurter CSD, sondern das ganze Jahr über

Ab diesem Jahr wollte die Stadt-Koalition aus CDU, SPD und Grünen dauerhaft montieren. Auf die Frage, ob das wirklich nötig sei, antwortete CDU-Stadtverordnete Verena David bei der Debatte im Jänner: „Natürlich wäre es wünschenswert, dass es so normal ist, dass man dafür nicht extra Aktionen machen muss. Aber es ist bis heute trotz unserer Geschichte, trotz der ganzen Aufarbeitung und unserer Erinnerungskultur, wie wir mit Menschen, mit Minderheiten umgegangen sind, immer noch nicht normal“

Persönlicher wurde der offen schwule Abgeordnete Dimitrios Bakakis von den Grünen. Er habe schon 2015, als die Ampelmännchen zum ersten Mal beschlossen wurden, im Stadtparlament gesagt, wie wichtig ihm dieses Symbol sei. „Ich sagte damals, dass uns, dass Menschen wie mir, damit signalisiert wird, dass wir hier willkommen sind.“

Ähnlich äußerte sich auch Jan Klingelhöfer von der SPD. „Wir haben den Antrag gestellt, um zu verdeutlichen, dass nicht nur an diesem besagten Wochenende, sondern an 365 Tagen im Jahr, diese Toleranz gelebt wird.“

Das Frankfurter Straßenverkehrsamt sah die Pläne zunächst kritisch

Der Weg zu den Ampelpärchen war aber etwas steinig – und das lag am Frankfurter Straßenverkehrsamt: „Die Symbole der gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen entsprechen nicht den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung und der Richtlinien für Signalanlagen“, hieß es in einer Stellungnahme der Behörde.

Sollte allerdings die oberste Straßenbehörde in Hessen die Genehmigung erteilen, könnten die Pärchen trotzdem dauerhaft leuchten, so das Frankfurter Magistrat weiter. Und genau das beantragte die Frankfurter Koalition aus CDU, SPD und Grünen beim Hessischen Verkehrsminister.

Der Verkehrsminister genehmigte den Antrag der Stadt-Koalition

„Frankfurt ist eine Stadt der Vielfalt, in der sich alle Menschen, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder der sexuellen Orientierung und Identität, wohlfühlen sollen“, heißt es in dem Antrag. Diesen hat der Verkehrsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen genehmigt. Damit war der Weg frei für die permanenten Ampelpärchen.

Die Kosten für die Umrüstung betragen übrigens 1500 Euro. Ab morgen sollen die beiden Ampelpärchen dann dauerhaft von der Kreuzung bei der Frankfurter Konstablerwache leuchten – gerade rechtzeitig für den CSD in der Mainmetropole.