Home Magazin Body & Sex Schweiz: Kosmetikerin gekündigt, weil sie Kunden die Hoden nicht enthaaren wollte

Schweiz: Kosmetikerin gekündigt, weil sie Kunden die Hoden nicht enthaaren wollte

Genital-Enthaarung überforderte die Angestellte - doch der Trend zum glatten Intimbereich hält an

Symbolbild: Mann mit Handtuch
Symbolbild - Archiv

Ein pikanter Fall beschäftigt derzeit die Schweizer Arbeitslosenkasse: Wie die Zeitung 20 Minuten berichtet, wurde die Angestellte eines Kosmetiksalons im Kanton Waadt entlassen, weil sie sich weigerte, einem Mann die Hoden zu enthaaren. Nun fürchtet sie um ihr Arbeitslosengeld.

„Aus Hygienegründen“ will die Kosmetikerin keine Männer-Hoden anfassen

Das wird in der Schweiz nämlich gekürzt, wenn die Arbeitnehmer ihren Job aus eigenem Verschulden verlieren. Und ihre Chefin hat die Kündigung damit begründet, dass sich die 40-Jährige geweigert hatte, „Männer zu enthaaren“. Doch das entspricht nur der halben Wahrheit.

„Es ist falsch zu sagen, dass ich mich weigere, Männer zu enthaaren“, betont die Dame – und wird präziser: „Wegen meines Schamgefühls und aus Hygienegründen möchte ich aber die Hoden von Männern nicht anfassen.“ Außerdem sei die Genital-Enthaarung auf der Webseite des Kosmetikstudios nicht im Angebot verzeichnet.

Bei der Arbeitslosenversicherung scheint die Frau auf Verständnis zu treffen – auch, wenn noch keine Entscheidung getroffen ist. „Aus persönlicher Sicht scheint es mir nicht angebracht zu sein, so etwas zu verlangen, vor allem wenn es sich um keine in einem Beruf übliche Praxis handelt“, so Françoise Favre vom Kantonalen Arbeitsamt Waadt zu 20 Minuten.

Unter Schweizer Männern gibt es einen Trend zur enthaarten Intimzone

Doch der Trend zur enthaarten Intimzone ist in der Schweiz auch bei Männern nicht aufzuhalten. „Mittlerweile lässt sich jeder dritte Kunde auch am Hinterteil und in der Po-Ritze die Haare entfernen“, erklärt Daniel Piotaz, Inhaber eines Enthaarungs-Studios in Zürich der Tageszeitung. Die Kunden seien zwischen 17 und 70 Jahre alt, ein enthaarter Intimbereich koste nach Informationen der Zeitung mindestens 85 Franken, das sind eta 73 Euro.

Beim Waxing der Po-Spalte winkelt der Mann ein Bein an und hebt eine Backe mit der Hand an. Das darauffolgende Enthaaren mit Wachs dauert den Profis zufolge nur kurz und schmerze auch nicht lang. Eine Pflegecreme auf den gereizten Stellen soll das Brennen rasch lindern.

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