Megan Rapinoe ist Weltfußballerin des Jahres

Bei ihrer Dankesrede sprach sie Klartext über Rassismus und Homophobie im Fußball

Megan Rapinoe
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Megan Rapinoe ist am Montagabend in Mailand als Weltfußballerin des Jahres ausgezeichnet worden. Die offen lesbisch lebende 34-Jährige hat im Sommer das US-Team als Kapitänin zu seinem vierten Weltmeister-Titel geführt. Und auch außerhalb des Platzes hat sie jede Menge Eindruck gemacht.

Bei der WM zeigte sich die Ausnahmeklasse der 34-Jährigen

Bei der Weltmeisterschaft hat Rapinoe selber vier Tore geschossen – unter anderem das erste Tor im Finale gegen Niederlande, das die USA schließlich mit 2:0 gewonnen haben. Außerdem gewann sie bei der WM den Goldenen Ball für die beste Spielerin sowie den Goldenen Schuh für die beste Torschützin.

Kurz vor dem Finale hatte sie dem Weltfußballverband FIFA vorgeworfen, Frauenfußball nicht ernst zu nehmen, da das Finale am gleichen Tag stattgefunden hat wie die Copa America und die Finale des Gold Cups im Männerfußball. Bei der Abstimmung hat sie sich gegen ihre US-Teamkollegin Alex Morgan und die Engländerin Lucy Bronze durchgesetzt.

„Wenn alle über Homophobie genauso empört wären wie die LGBTQ-Spieler, wäre das für mich eine inspirierende Sache.“

In ihrer kraftvollen Dankesrede kritisiert Rapinoe, dass Rassismus, Homophobie und Ungleichheit noch immer eine zu große Rolle im Fußball spielen. „Wenn alle über Homophobie genauso empört wären wie die LGBTQ-Spieler, wenn alle empört wären über die gleichen Gagen oder das Fehlen dieser, oder das Fehlen von Investitionen in das Spiel der Frauen, abgesehen von den Frauen selbst, wäre das für mich eine nspirierende Sache.“

„Einige Geschichten, die mich dieses Jahr inspiriert haben, sind die von [Manchester-Stürmerin] Raheem Sterling und [Napoli-Vertedigerin] Kalidou Koulibaly, ihre unglaubliche Performance am Feld und ihre Reaktion auf den ekelhaften Rassismus, dem sie ausgesetzt sind, dieses Jahr aber wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang“, hält sie dem Publikum in der Mailänder Scala einen Spiegel vor.

Mit ihrer Kritik an US-Präsident Donald Trump sorgte Megan Rapinoe auch abseits des Platzes für Aufmerksamkeit. Bereits während der Fußball-WM hatte sie angekündigt, im Falle eines Titelgewinns auf einen Präsidentenempfang zu verzichten. „Ich gehe doch nicht ins fucking Weiße Haus“, sagte sie.