[Video] „Barbie“-Konzern Mattel stellt seine ersten genderneutralen Puppen vor

"Diese Serie erlaubt es Kindern, sich selbst frei auszudrücken", freut sich die Mattel-Managerin

Creatable World
Mattel

Lange Zeit steht der Spielwarenkonzern Mattel wegen seiner Puppen in der Kritik: Barbie und Ken würden Stereotype fördern und vor allem jungen Mädchen unrealistische Körperideale eintrichtern. Jetzt versucht die Firma, andere Wege zu gehen: Mit nicht-binären Puppen.

Kinder sollen mit den Puppen ihre eigenen Charaktere erschaffen können, abseits aller Schubladen

Mattel hat mit der „Creatable World“-Serie diese Woche einige Puppen in die Läden gebracht, die geschlechtsneutral gestaltet sind: Die Lippen sind nicht zu voll, die Puppen haben keine langen Wimpern und der Kiefer ist nicht zu breit. Die Puppen haben keine Barbie-schlanke Hüfte oder Kens breite Schultern.

Auf der Homepage der Firma heißt es, die Serie wurde „geschaffen, um Schubladen draußen zu halten und jeden einzuladen – Kinder sollen die Freiheit haben, immer wieder ihre eigenen anpassbaren  Charaktere zu schaffen“. Man habe die Serie mit einem „engagierten Team von Experten, Eltern, Ärzten und – am wichtigsten – Kindern“ gestaltet.

Kleid, kurze Haare, Baseball-Jacke – jede Kombination ist erlaubt und gewünscht

Kinder können die Puppe, die es in sechs verschiedenen Hautfarben gibt, mit einer von zwei Frisuren ausstatten, einer Lang- und einer Kurzhaarfrisur. Dazu gibt es jede Menge Kleidung – vom Kleid über Army-Hosen bis zur Lederjacke – die sich dann beliebig kombinieren lassen, unabhängig von vorherrschenden Geschlechterrollen.

Es soll sich um eine „Puppe für jeden“ handeln, so der Spielwarenkonzern weiter: „In unserer Welt sind die Puppen genauso grenzenlos wie die Kinder, die mit ihnen spielen.“ Die für Design zuständige Vizepräsidentin Kim Culimone ergänzt, dass Untersuchungen zufolge Kinder „nicht wollen, dass ihre Spielzeuge von Gender-Normen bestimmt werden“.

Die Serie soll alle Kinder ermutigen, mit Puppen zu spielen

„Diese Serie erlaubt es Kindern, sich selbst frei auszudrücken, weshalb sie so stark darauf ansprechen“, erklärt Culimone dem Independent: „Wir hoffen, dass ‚Creatable World“ die Menschen ermutigt, weiter darüber nachzudenken, wie alle Kinder davon profitieren können, mit Puppen zu spielen.“

Und Mattel geht mit der „Creatable World“-Serie noch einen Schritt weiter: Einige Puppen sollen auch Kinder mit Behinderungen repräsentieren. Die Puppen sind im gut sortierten Spielwarenhandel zu haben, auch Amazon verkauft die Serie um etwa 40 Euro pro Stück.

Die neue Linie ist der neueste Versuch von Mattel, seine Produkte inklusiver zu machen und ein größeres Spektrum von Körpertypen abzubilden. Bereits vor drei Jahren hat der Konzern angekündigt, Barbie mit drei zusätzlichen Körpertypen anzubieten: Kurvig, klein und groß.