Kalifornien: PrEP und PEP künftig ohne Krankenschein

Für den Gouverneur ein wichtiges Instrument im Kampf gegen HIV

Symbolbild: PrEP
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In Kalifornien sind die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), die eine HIV-Ansteckung verhindern kann, und die Post-Expositionsprophylaxe (PEP), die nach einem Risikokontakt eine HIV-Infektion verhindert, ab 1. Jänner 2020 rezeptfrei erhältlich. Gouverneur Gavin Newsom hat am Montag ein entsprechendes Gesetz unterschrieben.

Zugang zu den Medikamenten wird dadurch sehr viel leichter

Damit müssen krankenversicherte Kalifornier nicht vorher bei ihrer Versicherung eine Erlaubnis zur Übernahme der Kosten anfordern, wenn sie sich beim Apotheker einen PrEP-Vorrat für 30 oder 60 Tage besorgen oder eine Dosis der PEP-Medikamente benötigen. Somit werden PrEP und PEP in dem US-Bundesstaat gleich behandelt wie die Pille oder die „Pille danach“ für Frauen.

Für Gouverneur Newsom ist die Freigabe der Medikamente eine Präventionsmaßnahme, die „buchstäblich Leben retten kann“. Der rezeptfreie Zugang zu PrEP und PEP sei ein wichtiger Schritt für das Ziel, HIV in den nächsten zehn Jahren „endgültig zu beenden“. Die Regierung schätzt, dass dadurch im ersten Jahr die Zahl der HIV-Neuinfektionen um zwei Prozent, das sind 25 Menschen, sinken wird.

Lob für diese Entscheidung kommt aus der Community

In der Community wird der Vorstoß begrüßt: „Die Verwendung von PrEP und PEP ist in Kalifornien viel zu niedrig, besonders in Umfeldern, die am meisten von HIV betroffen sind“, sagt etwa Craig E. Thomson von APLA Health. Das neue Gesetz werde „die Zahl der Orte, an denen Menschen Zugriff zu diesen Medikamenten haben, steigern, sie Zahl der Menschen im Gesundheitswesen, die diese bereitstellen, steigern, und unnotwendige Barrieren durch Versicherungen beseitigen.“

Das Gesetz sei ein „riesiger Schritt in Richtung null Übertragungen“, meint auch Rick Zbur von Equality California. Durch die Liberalisierung könnten Hemmschwellen abgebaut werden, hofft man. Außerdem müssten derzeit viele Kalifornier wochenlang auf einen Termin bei ihrem Hausarzt warten, auch gibt es vor allem in ländlichen Gebieten oft nicht genügend Medikamente.

Die Medikamente für PrEP und PEP dürfen in Kalifornien nur von Apothekern verkauft werden, die ein entsprechendes Zertifikat nachweisen können. Der Einsatz bestimmter HIV-Medikamente für die PrEP ist in den USA seit 2012 zugelassen. Sie gilt neben Kondomen und einer modernen HIV-Therapie, durch die keine HI-Viren mehr nachweisbar sind, als dritte Möglichkeit, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.