„Queen of Drags“: Quoten-Sinkflug geht weiter

Nur Platz sechs in der deutschen Hauptabend-Tageswertung, in Österreich reicht es für Platz 7

Queen of Drags
ProSieben/Martin Ehleben

Der Quoten-Sinkflug bei „Queen of Drags“ geht weiter. In Deutschland hatte Heidi Klums Drag-Parade im Vergleich zur Vorwoche erneut weniger Zuseher. In Österreich bleibt die Zahl der Zuschauer stabil – gegen das Konkurrenzprogramm kann sich die Sendung aber auch nicht durchsetzen.

30.000 Zuschauer weniger, beträchtlicher Abstand zum so wichtigen Senderschnitt

So sahen in Deutschland diesmal 30.000 Zuschauer weniger zu, aufgrund der höheren TV-Nutzung rasselte aber der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen von 9,4 auf 8,8 Prozent. Von allen Primetime-Formaten erreichte man in dieser Zielgruppe nur Platz sechs und musste sich nicht nur RTL, sondern auch dem ZDF, RTLzwei, dem Ersten und Vox geschlagen geben.

Damit wird „Queen of Drags“ zum Problemfall für ProSieben: Denn die Show ist vom Senderschnitt, der in der Regel als Maßstab gilt, meilenweit entfernt. Der liegt in dieser Zielgruppe bei dem Sender aus dem Münchner Vorort Unterföhring bei 9,8 Prozent.

In Österreich stabilisieren sich die Quoten auf bescheidenem Niveau

In Österreich kann ProSieben mit „Queen of Drags“ etwas zufriedener sein. So begeisterten die Drags im gestrigen Hauptabend 111.000 Zuseher ab 12 Jahren – um 1.000 mehr als in der Vorwoche.

Entwarnung heißt das aber auch in Österreich nicht – liegt der monatliche Senderschnitt doch bei 3,3 Prozent und damit deutlich unter dem Jahresmittel von 4,0 Prozent. Und an anderen Tagen der Woche hat ProSieben am Hauptabend bis zu 200.000 Zuseher erreicht.

Im Vergleich mit allen anderen Sendern reicht es in Österreich nur für den siebenten Platz. ProSieben muss sich nicht nur den beiden ORF-Sendern, der ARD und dem ZDF geschlagen geben, sondern geht auch im Vergleich zur Konkurrenz aus der eigenen Gruppe unter: Die ebenfalls zu dem Medienkonzern gehörenden Sender ATV und Puls 4 überflügelten das ehemalige Senderflagschiff spielend.

Der Versuch von ProSieben, Drags für den Mainstream aufzubereiten, ist gescheitert

Damit scheint eines klar zu sein: Der Versuch von ProSieben, eine Nischensendung wie „RuPauls Drag Race“ durch ein Mainstream-Makeover und eine prominente Moderatorin einer breiten Öffentlichkeit schmackhaft zu machen, kann als gescheitert bezeichnet werden.

Denn als Topmodel-Mutti holt Klum auch einmal doppelt so viele Zuseher vor dem Schirm. Das bedeutet aber nicht nur, dass eine zweite Staffel unwahrscheinlich wird. Auch andere Fernsehsender werden um das Drags Queens und andere Aspekte der schwulen Subkultur künftig einen Bogen machen, weil diese als „Kassengift“ verschrien sind.