Jörn Kubicki, Partner von Klaus Wowereit, am Coronavirus gestorben

Der Neurologe litt auch an der Lungenkrankheit COPD

Klaus Wowereit und Jörn Kubicki
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Jörn Kubicki, der langjährige Lebenspartner des ehemaligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit ist tot. Der 54-jährige ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus am Sonntagvormittag in der Berliner Charité an Herzversagen gestorben. Kubicki litt bereits seit Jahren an der schweren Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), wie er vor kurzem bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte bekanntgab.

Seit 1993 waren sie ein Paar – der Neurologe Kubicki war seinem Mann stets eine Stütze

Wowereits Anwalt Christian Scherz hat Kubickis Tod mittlerweile bestätigt und gebeten, die Privatsphäre des ehemaligen Berliner Bürgermeisters zu respektieren. Wowereit und der Neurologe Kubicki waren fast dreißig Jahre lang ein Paar.

Sie kamen 1993 zusammen, als Wowereit noch Kulturstadtrat des Bezirks Tempelhof war. Nach dem Einzug seines Lebensgefährten ins Abgeordnetenhaus 1995 begleitete der Kubicki den Aufstieg seines Partners zunächst im Stillen.

Bundesweit bekannt wurde ihre Beziehung im Juni 2001, als sich Wowereit bei seiner Nominierung für das Amt des Regierenden Bürgermeisters als erster deutscher Spitzenpolitiker öffentlich als schwul outete.

Wowereit und Kubicki waren in der Berliner Gesellschaft ein gerne gesehenes Paar

Sie waren auch regelmäßig zusammen in der Öffentlichkeit zu sehen, ohne dass sich Kubicki jemals in die Öffentlichkeit gedrängt hätte. Auch nach Wowereits Rücktritt im Jahr 2014 waren sie immer wieder in der Berliner Gesellschaft zu sehen.

Bei der Berlinale 2019 kamen beide zur Verleihung der Bären im Berlinale Palast. Beim Christopher Street Day im gleichen Jahr nahmen sie zusammen auf einem offenen Wagen an der Parade teil.

„Ihr Mut hat uns den Weg zur Gleichstellung geebnet“

In der Community sorgte die Nachricht vom Tod Kubickis für Trauer und Bestürzung. „Klaus und Jörn waren in Zeiten, in denen unsere Liebe noch wenig Respekt erfuhr, gerade für sehr viele Menschen, vor allem aber für unsere queere Community, ein Symbol der Hoffnung“, so die SPDqueer bei Twitter: „Ihr Mut hat uns den Weg zur Gleichstellung geebnet. Wir als SPDqueer Berlin, wir Berliner*innen, werden Ihnen das nie vergessen und verneigen uns in Dankbarkeit.“ 

„Lieber Klaus, von Herzen mein aufrichtiges Beileid. Das ist bitter“, schrieb der ehemalige Grüne Bundestagsabgeordnete und LGBTI-Aktivist Volker Beck aus Twitter. Anteil nahm auch die Magnus-Hirschfeld-Stiftung, die sich gegen die Diskriminierung sexueller Minderheiten einsetzt. „Wir trauern um Jörn Kubicki. Unser aufrichtes Beileid gilt Klaus“, meinte der Regisseur Rosa von Praunheim.

Jörn Kubicki war ein „bescheidener, offener Mensch mit einem riesigen Herz“

Auch Berliner Politiker reagierten auf den Tod von Jörn Kubicki bestürzt. „Dieses verdammte Coronavirus. Welch traurige Nachricht! Jörn Kubicki war ein so liebenswürdiger, so bescheidener, so offener Mensch mit einem riesigen Herz. Er wird uns fehlen. Möge er in Frieden ruhen“, schrieb etwa SPD-Politikerin Sawsan Chebli, Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei.

Vize-Bürgemeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen twitterte: „Lieber Klaus, mein tief empfundenes Beileid zu Deinem Verlust. Meine Gedanken sind bei Dir.“