Putin-Sender warnt vor britischen Regenbogen-Zebrastreifen

Und rechtspopulistische Kanäle verbreiten die Meldung fröhlich weiter

Regenbogen-Zebrastreifen
Stadt Wien/PID

Wenn es darum geht, die LGBTI-Bewegung zu diskreditieren, sind sich manche Medien für nichts zu schade. So behauptet die staatliche russische Mediengruppe RT, dass sich englische Polizeipferde vor Regenbogen-Zebrastreifen fürchten würden. 

Polizeipferde sträuben sich vor den bunten Zebrastreifen

Basis der Berichte ist ein Video, das letztes Wochenende im nordenglischen Sheffield aufgenommen worden sein soll. Es zeigt zwei Polizeipferde, die sich kurz sträuben, einen Regenbogen-Zebrastreifen zu überqueren. Das eine Polizeipferd macht schließlich einen Bogen darum , das andere geht – sichtlich verwirrt – etwas bockig über die ungewohnte Strassenbemalung.

„Homophobe Pferde… Oder allergisch auf das Zurschaustellen moralischer Werte?“, kommentiert der britische Ableger von RT die kurze Videosequenz. Wie nicht anders zu erwarten, verbreiteten sich Meldung und Video schnell über Soziale Netzwerke auf einschlägigen Accounts. 

Allerdings: Eine offizielle Bestätigung, dass sich der Vorfall so abgespielt hat, oder Berichte, was davor oder danach passiert ist, gibt es nicht. Keine der sonst so sensationswütigen britischen Boulevardzeitungen hat die Meldung bis jetzt übernommen, wie eine Internet-Recherche zeigt. 

Regenbogen-Zebrastreifen habe „negative Aspekte für die öffentliche Sicherheit“

Die Geschichte wurde hingegen dankend von anderen rechtspopulistischen Publikationen übernommen. So hat unteranderem auch der FPÖ-nahe Wochenblick ausführlich über das angebliche Problem der berittenen Polizei mit den bunten Zebrastreifen berichtet. 

In dem Artikel ist von einem “wahren Wildwuchs an unterschiedlichen Überwegen” die Rede – “eine der jüngeren Methoden ist ein aufgemalter Regenbogen”, kritisiert die Zeitung – und fügt hinzu: “Am Wochenende wurden nun die negativen Aspekte für die öffentliche Sicherheit offensichtlich…”