Folsom Europe in Not: Fetisch-Gemeinde hilft in Rekordzeit

Nun können die Vorbereitungen für das nächste Straßenfest beginnen

Sujetbild: Leder/Fetisch
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Corona hat viele Bereiche der queeren Community hart getroffen – auch solche, von denen man es nie geglaubt hätte: So ist unter anderem der Veranstalter-Verein der Folsom Europe in Berlin, Europas größtes Fetisch-Meeting, in finanzielle Schieflage geraten. Doch auf die Hilfe der Community war hier Verlass.

Dem Verein fehlte das Geld, um die Vorbereitungen für dieses Jahr zu starten

Rund 10.000 Euro fehlten dem Verein, nachdem die Veranstaltung letztes Jahr ausgefallen war und auch dieses Jahr wackelt. „Sie haben derzeit keine Möglichkeit, um Sponsorenverträge abzuschließen oder Werbung zu verkaufen – die Haupteinnahmequellen, um die Vorbereitungen zu finanzieren. Das macht es sehr schwer, wenn nicht unmöglich, die Veranstaltung wieder zu starten“, erklärt Jeroen Van Lievenoogen, Veranstalter des Darklands Fetisch-Festivals, dem Fetisch-Magazin Alphatribe.

Denn: „Anders als Darklands ist Folsom eine rein gemeinnützige Veranstaltung. Das heißt, sie haben keine finanziellen Reserven, auf die sie zurückgreifen können“, so Van Lievenoogen weiter. Deshalb hat er die Community zu einer Spendenaktion aufgerufen. Er sei sich „sicher, dass wir genug Leute finden, die willens und fähig sind, diese Sache zu unterstützen“. Folsom Europe bedeute „so viel für so viele Leute“, so Van Lievenoogen.

In nur 36 Stunden war das Spendenziel erreicht

Das Ziel der Spendenaktion waren 10.000 Euro – dem Fetisch-Unternehmer zufolge „das Minimum, das der Vorstand von Folsom Europe für einen Neustart benötigt“. Und die Fetisch-Community hat gezeigt, dass man sich auf sie verlassen kann: Das Spendenziel wurde in nur 36 Stunden erreicht, mittlerweile ist es deutlich überschritten. „Wir sind über die Unterstützung sehr berührt und überwältigt“, kann es Daniel Rüster von Folsom Europe kaum glauben: „Neben der finanziellen Unterstützung sind wir auch von dieser großen Geste berührt.“

Mit dem Geld sollen offene Rechnungen bezahlt und die Kosten für den diesjährigen Event – so er stattfinden kann – vorfinanziert werden. „Jetzt müssen wir den Motor wieder zum Laufen bringen und mit der Vorbereitung auf das Straßenfest im September beginnen“, gibt sich Rüster optimistisch, dass Folsom Europe 2021 wieder zahlreiche Fetischfreunde begeistern kann.