Mittwoch, 17. Juli 2024
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International gesuchte trans Menschenhändlerin in Hamburg festgenommen

Sie lockte cis und trans Frauen nach Europa, um sie zur Prostitution zu zwingen

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Im Hamburger Stadtteil Hohenfelde haben Zielfahnder eine der meistgesuchten Frauen Europas festgenommen: Die 34 Jahre alte Leudis „Donatella“ C. wurde wegen schweren Menschenhandels und Zwangsprostitution von trans Frauen gesucht – jetzt hat sie sich durch eine Unachtsamkeit selbst verraten.

„La Diabla“ war eine der meist gesuchten Verbrecherinnen Spaniens

Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll die trans Frau aus Venezuela auch unter ihrem Spitznamen „La Diabla“, die Teufelin, bekannt sein. Seit einem Jahr steht sie auf der Fahndungsliste der spanischen Polizei ganz oben – und hat es vor einigen Wochen auch auf die Europol-Liste der meistgesuchten Verbrecher:innen Europas geschafft. Nach Informationen von El País wird sie auch in ihrer Heimat Venezuela gesucht.

Sie soll der Kopf einer Bande sein, die cis und trans Frauen unter einem Vorwand aus Südamerika nach Europa schleuste: Sie versprach den Frauen Arbeit in Spanien. Die Bande zahlte den Frauen die Reise oder Brust- und Fettabsaug-Operationen – das Geld dafür mussten sie dann mit Zwangsprostitution abzahlen. Wie La Voz de Galicia berichtet, wurde den Opfern auch Gewalt angetan.

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Über ihren Liebhaber kamen die Behörden auf die Spur der Teufelin

Die spanischen Behörden hatten bereits vermutet, dass sich „Donatella“ in Deutschland oder Litauen aufhalten könnte – sie hatte Beziehungen zu einem ehemaligen deutschen Polizisten, der einen Tag nach dem Erscheinen seines Fotos auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher Europas verhaftet werden konnte, und dem litauischen Eishockeyspieler Robert L. Auch der ehemalige Polizist wird verdächtigt, Teil der Menschenhändler-Bande zu sein.

Über die Spuren des Ex-Polizisten kamen die spanischen Ermittler auf die Spur nach Litauen, die sie wieder zurück nach Deutschland führte. In Hamburg hatte „La Diabla“ sogar als Sexarbeiterin gearbeitet – inklusive Inseratien mit ihrer Adresse. Daraufhin alarmierten spanische Behörden das deutsche Bundeskriminalamt (BKA). Am Mittwoch um 23.50 Uhr stürmten Hamburger Zielfahndung schließlich das Hotelzimmer, in dem sie sich zusammen mit einem litauischen Eishockeyspieler aufgehalten hatte.

„La Diabla“, die sich nach der Figur einer venezuelanischen Serie benannt hatte, begann ihre „Karriere“ als Sexarbeiterin in Barcelona – bevor sie sich auf die Ausbeutung anderer Frauen spezialisiert hatte. Ihre Opfer mussten unter anderem in Wohnungen in Barcelona, Madrid, Oviedo oder Deutschland arbeiten, und in einem Hostessenclub in der Provinz Saragossa. Aus diesem gelang ihr 2020 während einer Polizeirazzia im letzten Moment die Flucht.