Nach schwulenfeindlichem Banner: DFB ermittelt gegen Hansa Rostock

Verein verurteilt die Banner und will vorher nichts davon gewusst haben

Banner in Rostock
Twitter/lenny from the block

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt wegen mehrerer homo- und transfeindlicher Banner gegen den Zweitligisten Hansa Rostock. Beim Spiel gegen den FC St. Pauli am Sonntag waren im Fanblock der Ultras Banner mit Sprüchen wie “Schwule bekommen kein Nachwuchs” oder “Euer Gender-Scheiss interessiert in Wolgast keine Sau! Hier gibt es nur Jungs, Mädchen, Mann und Frau” zu lesen. 

Der Kontrollausschuss des DFB möchte eine Stellungnahme aus Rostock

Diese Spruchbänder haben den Kontrollausschuss des DFB auf den Plan gerufen. Er hat in einer Pressemitteilung angekündigt, Hansa Rostock anzuschreiben und zu einer Stellungnahme zu den Bannern aufzufordern. “Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahme wird das Gremium über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden”, heißt es weiter. 

Hansa Rostock hat sich mittlerweile von den Bannern distanziert. “Homophobie, Rassismus und ähnlich geartete Einstellungen und Ideologien stehen nicht für den F.C. Hansa Rostock und verbieten sich schon allein durch die in der Satzung des Vereins verankerten Werte wie Toleranz”, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR)

Der Verein will von den Bannern nichts gewusst haben

Außerdem teilte der Club mit, dass Choreografien, Banner und Tapeten vom Verein vorab genehmigt werden müssten, die Fan-Utensilien würden beim Einlaß kontrolliert.Daher ist davon auszugehen, dass die Tapete mit der Aufschrift ‚Schwule bekommen keinen Nachwuchs‘ im Stadion während des Spiels angefertigt wurde”, so der Verein. 

Hintergrund der Spruchbänder dürfte sein, dass sich der FC St. Pauli aktiv für LGBTI-Rechte einsetzt. So spielte er etwa letzte Woche gegen Magdeburg mit einem Sondertrikot, bei dem ein Gender-Sternchen über dem Vereinswappen aufgestickt war. Teil einer Saison-Kampagne: So findet sich das Gender-Sternchen auch auf den Dauerkarten und im Stadion. 

Unterdessen dürften Rostock-Fans den Sinn der Kritik nicht verstanden haben. In Sozialen Medien finden sich zu dem Thema Kommentare wie: “Daran ist nix homophob. Das ist nur eine Ansage an den FC St. Pauli, dass man sich in Wolgast nicht so für Gender-Gaga interessiert” oder “Also wenn man nicht gendert und an die gegebene, natürliche Biologie des Menschen glaubt, ist man jetzt ein homophober Rassist?”