Mittwoch, 17. April 2024
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Prag: Mehrere tausend Menschen gedenken den Opfern von Bratislava

Kritik an LGBTI-feindlicher Politik in Tschechien und der Slowakei

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In Prag haben haben am Mittwochabend mehrere tausend Menschen am zentralen Wenzelsplatz der Opfer des LGBTI-feindlichen Anschlags in Bratislava gedacht. Ein rechtsradikaler 19-Jähriger hatte am Abend des 12. Oktober vor der queeren Bar Tepláreň im Zentrum der slowakischen Hauptstadt zwei Menschen erschossen und eine Frau verwundet.

Solidarität mit den Opfern, Kritik an der Politik

Zahlreiche Menschenrechtsaktivist:innen, Sänger:innen, Schauspieler:innen und andere Persönlichkeiten, darunter auch der Prager Bürgermeister Zdeněk Hřib, haben auf der Bühne der Kundgebung nicht nur ihre Solidarität mit den Opfern des Anschlags bekundet, sondern auch die Regierungen in Prag und Bratislava für ihre Untätigkeit bei einer Verbesserung von LGBTI-Rechten kritisiert.

So stockt in Tschechien die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare, in der Slowakei wurde wenige Tage nach dem Anschlag ein Gesetzesantrag zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften abgelehnt. Diese Untätigkeit würde Vorurteile und Hass gegen LGBTI bestärken, hieß es.

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Diskriminerung unter dem Deckmantel des Schutzes der „traditionellen Familie“

Klára Laurenčíková, Menschenrechtsbeauftragte der tschechischen Regierung, forderte bei der Veranstaltung die Gleichstellung sexueller Minderheiten, auch in Tschechien. Und Adela Horáková von der NGO „We are Fair“ erinnerte daran, dass nur wenige Tage vor dem Anschlag das Parlament ein Verbot von Regenbogenflaggen nur knapp abgelehnt hatte.

Solche Aktionen würden den Hass und Diskriminierung innerhalb der Bevölkerung befeuern, so Horáková. Und sie kritisierte Politiker:innen, die Diskriminierung sexueller Minderheiten unter dem Deckmantel des Schutzes der „traditionellen Familie“ betreiben.

„Hört auf, diese Lügen zu verbreiten“

„Wenn ihr sagt, dass ihr etwas vor uns beschützen wollt – ein Symbol oder eine Familie – dann sagt ihr, wir sind eine Bedrohung. Wenn ihr sagt, dass sich Kinder in unserer Obhut nicht gut entwickeln, sagt ihr, wir sind eine Bedrohung. Hört auf, diese Lügen über uns zu verbreiten. Das wäre ein Anfang“, so die Aktivistin.

„Was vor zwei Wochen außerhalb der queeren Bar Tepláreň in Bratislava passiert ist, war Hass in seiner schlimmsten Form“, sagte auch Viktor Heumann von der Organisation Transparent: „Der Hass ist gegen uns alle gerichtet, die anders sind, gegen die ganze LGBT-Community.“

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