Sonntag, 16. Juni 2024
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Verhaftungen nach Verbot von Trans Pride in Istanbul

Obwohl alle Veranstaltungen anlässlich des Pride Month verboten waren, protestierten am Sonntag Teilnehmer:innen in Istanbul gegen die Diskriminierung von trans Menschen. Die Polizei reagierte mit Straßensperren.

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Für Sonntag war in der türkischen Metropole Istanbul die 9. „Trans-Pride-Parade“ am zentralen Taksim-Platz geplant. Und wie jedes Jahr wurde die Veranstaltung verboten. Auch dieses Jahr ließen sich die Teilnehmer:innen davon nicht abschrecken – trotz harter Konsequenzen durch die türkische Polizei.

Großräumige Straßen- und U-Bahn-Sperren gegen die Demonstrierenden

Um die Versammlung der Teilnehmer:innen zu verhindern, errichtete die Polizei am Sonntag großräumige Straßensperren. Auch U-Bahn-Verbindungen in die Nähe des Taksim-Platzes wurden unterbrochen. Stattdessen hielten die Aktivist:innen an mehreren Ecken der Innenstadt Reden.

Wie die LGBTI-Organisation Kaos GL berichtet, soll es auch „Angriffe“ gegen Teilnehmer:innen der Demonstration und Journalist:innen gegeben haben. Die Organisation berichtet von acht Festnahmen durch die Polizei.

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Der neue Gouverneur hatte alle Pride-Veranstaltungen verboten

Am Freitag hatte Davut Gül, der neue Gouverneur von Istanbul, auf Twitter angekündigt, keine Veranstaltungen zu erlauben, „die unsere Institution der Familie (…) gefährden“. Dazu zählt auch die „Trans-Pride-Parade“. Bis dahin waren laut Kaos GL weder die trans Pride noch die für nächsten Sonntag geplante Istanbul Pride verboten worden. Zuletzt war eine queere Filmvorführung in Istanbul von der Polizei gestürmt worden.

Auch in anderen Städten der Türkei wurden Demonstrationen und andere Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Pride Month verboten – genauso wie in den letzten Jahren. Seitdem die religiös-konservative AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei an der Macht ist, stehen sexuelle Minderheiten immer stärker unter Druck. Zuletzt hatte sich Erdoğan im Wahlkampf queerfeindlich geäußert.