Freitag, 19. Juli 2024
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Während LGBT-Filmfestival: Regenbogenflagge vor Kino verbrannt

Von einem queerfeindlichen Zwischenfall wird das LGBT-Filmfestival in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana überschattet: Jugendliche haben eine Regenbogenfahne von einem der Kinos heruntergerissen und verbrannt.

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Einen queerfeindlichen Zwischenfall hat es am Samstag gegen 17.30 Uhr beim 39. internationalen LGBT-Filmfestival in Ljubljana gegeben. Das berichten die Organisator:innen des Festivals auf Facebook.

Eine Gruppe Jugendlicher riss die Flagge herunter und verbrannte sie

Demnach riss „eine Gruppe überheblicher Jugendlicher“ eine Regenbogenflagge herunter, die über dem Eingang eines der Kinos, in denen das Festival stattfindet, wehte. Dann verbrannten sie die Flagge vor dem Kino. „Nach ihrem homophoben ‚Heldentum‘ sind die Jugendlichen weggelaufen“, so die Organisator:innen des Festivals, welches das älteste seiner Art in Europa ist, weiter.

Vandalismus durch brennende Regenbogenflaggen sei auch in Slowenien nichts Neues und zeige, wie wichtig es für die queere Community Sloweniens sei, über Nichtakzeptanz und Gewalt zu sprechen, so der Verein Pride Parade, der seine Solidarität mit den Veranstalter:innen des Festivals ausdrückte: „Gerade wegen dieser Gewalt ist diese Gemeinschaft gezwungen, sichere Räume zu schaffen, in denen wir ohne Angst sprechen können.“

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Die Polizei ermittelt – und betont: Keine Toleranz gegenüber den Tätern

Die Festival-Organisator:innen forderten die zuständigen Behörden auf Facebook zum Handeln auf. Mittlerweile hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Derzeit prüft sie die Umstände des Vorfalls und sichert Spuren. Ermittelt wird wird wegen des Verdachts der Begehung einer Straftat zur öffentlichen Anstachelung zu Hass, Gewalt oder Intoleranz.

„Die Polizei toleriert keinerlei Gewalt in allen Formen und wir verurteilen sie auf das Schärfste. Wir werden alles tun, was wir können, um die Täter dieser Tat zu finden und sie entsprechend zu bestrafen“, fügt die Polizei der slowenischen Hauptstadt hinzu.

Zeug:innen beschreiben die Täter als überwiegend schwarz bekleidete Burschen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Begleitet wurden sie von einem Mädchen in einem weißen Mantel. Die Polizei von Ljubljana bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Präsidentin und Premierminister verurteilen den Anschlag

Die slowenische Innenpolitik verurteilte den Anschlag geschlossen. Präsidentin Nataša Pirc Musar stellte in einer Stellungnahme klar, dass nicht von Regenbogenfahnen eine Bedrohung der Gesellschaft ausgehe, sondern von Intoleranz und Hass, die täglich öffentlich zu sehen sind.

Der slowenische Premierminister Robert Golob verurteilte den Angriff auf das 39. Internationale LGBT-Filmfestival ebenfalls und stellte auf der Kurznachrichtenplattform X (früher Twitter) klar: „Die Regenbogenfahne symbolisiert den Stolz und die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft, jede Zerstörung der Flagge ist daher inakzeptabel und unangemessen.“

Das LGBT-Filmfestival in Ljubljana ist das älteste in Europa

Auch Kulturministerin Asta Vrečko verurteilte die Tat aufs Schärfste. „Wir müssen eine Gesellschaft für die Zukunft aufbauen, die auf der Tradition der Offenheit und Toleranz basiert. Leider sind Gewalt und Belästigung gegen die LGBTQ-Gemeinschaft in unserer Gesellschaft immer noch präsent. Das ist einfach nicht akzeptabel“, sagte sie nach dem Vorfall.

Das 39. internationale LGBT-Filmfestival in Ljubljana läuft noch bis 17. Dezember. Es werden 24 Spiel- und Dokumentarfilme sowie 19 Kurzfilme aus 27 Ländern gezeigt. Einen Schwerpunkt bilden dieses Jahr Filme aus Südkorea. Das Festival findet an drei Orten in Ljubljana statt.