Homophober Oligarch Malofejew unterstützt FPÖ

"EU sind Sodomiten, die Perverse zum Song Contest schicken"

Konstantin Malofejew
Barkovets/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner heute erscheinenden Ausgabe berichtet, wird die FPÖ von einem russischen Oligarchen unterstützt, der im Gespräch mit dem Magazin auch zutiefst homophobe Aussagen gemacht hat.

Der 41-jährige Konstantin Malofejew soll als Investmentbanker und Jurist im Telekom- und Agrarsektor zu beträchtlichem Vermögen gekommen sein. Vor zwei Jahren war er als Gastgeber eines Treffens rechter Politiker aus Europa und Russland aufgefallen, das im Wiener Palais Liechtenstein stattgefunden hat. Man feierte die „Heilige Allianz“ zwischen Russland, Preußen und Österreich von 1815 auf Grundlage von Gottesgnadentum und Restauration. Ehrengast war Alexander Dugin, Vordenker eines „Eurasiens“ unter Putins Führung. Unter den Besuchern des Treffens waren unter anderem Vertreter der FPÖ und dem französischen Front National (FN).

Malofejew unterhält „allerbeste Beziehungen“ zur FPÖ

Zur FPÖ unterhalte er „die allerbesten Beziehungen“, erklärte Malofejew im Gespräch mit „profil“. „Ich halte sie für die pro-österreichischste Partei Österreichs … weil sie das richtige Programm gegenüber den Migranten hat und eine EU-skeptische Ausrichtung. Das ist wirklicher Patriotismus und entspricht den Interessen der Österreicher“, erklärt der Oligarch. Eine finanzielle Unterstützung der Freiheitlichen bestreitet Malofejew allerdings.

Inhaltlich ist Konstantin Malofejew mit der FPÖ auf einer Linie: So versteht er nicht, warum der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus kritisiert wurde, als er in Moskau vor dem erzkonservativen „Internationalen Forum Mehrkindfamilien und die Zukunft der Menschheit“ von der Existenz einer „Homosexuellenlobby“ sprach. Mitorganisiert wurde dieser Kongress nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von Malofejew.

„Homosexuellenlobby“: „Aussagen sind kein Skandal“

„Ich verstehe nicht, was daran ein Skandal sein soll“, verteidigt Malofejew im „profil“ die Aussagen von Gudenus: „Wer findet, dass Sodomie gut ist, sollte dazu stehen und sagen: Ja, wir sind die EU, und wir sind Sodomiten, die irgendwelche Perversen zum Songcontest schicken!“

Beim politischen Gegner sorgen solche Sätze für Empörung: „Damit ist jedenfalls einmal mehr klar: Straches FPÖ ist heute der emsige Partner von reaktionären, teils antidemokratischen Kräften und das nicht nur in Europa“, erklärt Georg Niedermühlbichler, Landesparteisekretär der SPÖ Wien. Er fordert sie Freiheitlichen auf, „umgehend Unterstützungen aus dem Ausland offen zu legen“: Die Österreicher hätten „ein Recht darauf, zu erfahren, unter dem Einfluss welcher Oligarchen die Möchtegernpartei-des-kleinen-Mannes ihre Entscheidungen trifft“, so der SPÖ-Sekretär.