Regenbogenfahne für slowakischen Premier „inakzeptabler Exzess“

Ärger, weil der slowakische Botschafter in Ungarn zur Budapest Pride eine Regenbogenfahne gehisst hat

In der Slowakei sorgt eine Regenbogenfahne mit Verzögerung für Aufregung: Der Botschafter in Ungarn, Rastislav Kačerov, hatte das internationale Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung anlässlich der 21. Budapest Pride Anfang Juli hissen lassen. Nun reagierten die Politiker seiner Heimat auf die Aktion.

Parlamentspräsident will Botschafter absetzen lassen

So verurteilte der linksnationalistische Ministerpräsident Robert Fico mit gut einem Monat Verspätung die Aktion nun als „inakzeptablen Exzess“. Andrej Danko, Parlamentspräsident und Vorsitzender der rechtspopulistischen Slowakischen Nationalpartei (SNS) forderte sogar die Absetzung des Botschafters. Außenminister Miroslav Lajcak warnte den Botschafter vor politischen Alleingängen.

Dabei war Kacerov nicht alleine: Auch andere Botschaften hissten anlässlich der Budapest Pride Regenbogenflaggen vor ihren Gebäuden. Eine Vertreterin der US-Botschaft und der israelische Botschafter in Ungarn marschierten bei der Parade mit.

Verspätete Reaktion wegen Bratislava Pride?

Die Gründe, warum die Aktion des Botschafters in Ungarn erst jetzt in seiner Heimat für Aufregung sorgten, dürften daran liegen, dass am Samstag in der slowakischen Hauptstadt die dortige Regenbogenparade (Dúhový Pride) stattfand. Etwa 500 Polizisten schützten die mehr als 2.000 Teilnehmer, darunter auch etliche Österreicher.

Anhänger der rechtsradikalen „Volkspartei Unsere Slowakei“ (LSNS) versammelten sich während der Regenbogenparade zu einer unangemeldeten Gegendemonstration. Vier Personen wurden dabei vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen, berichtet die Zeitung „Pravda“.