Madrid stoppt Bus transphober Aktivisten

Der Kampagnenbus der ultrakatholischen Aktivisten ist nicht erwünscht - und verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung.

Bus von Hazte Oir
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„Buben haben einen Penis. Mädchen eine Vulva. Lasst euch nicht täuschen.“ Zwei Tage lang fuhr ein knalloranger Bus mit dieser transphoben Botschaft durch die spanische Hauptstadt Madrid. Bezahlt wurde die Werbung von der ultrakatholischen Initiative „Hazte Oir“, auf Deutsch „Verschaff dir Gehör“, die bislang vor allem gegen Abtreibungen und LGBT-Rechte mobil gemacht hat.

„Wenn du eine Frau bist, bleibt das immer so“

Darunter erklärt die Aufschrift des Busses in einem kleineren Text: „Wenn du als Mann geboren wirst, bist du ein Mann. Wenn du eine Frau bist, bleibst du immer so“ und eine Internet-Adresse, auf der es „Gratis-Infomaterial“ zu dem Thema gibt.

Mit dem Bus reagieren die ultrakonservativen Katholiken auf eine Plakatkampagne, mit der die Eltern transsexueller Kinder im Jänner in Navarra und Baskenland die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren wollten. „Es gibt Mädchen mit Penis und Buben mit Vulva“, hieß es auf den insgesamt 150 Plakaten. Schon damals versuchte „Hazte Oir“, die Kampagne durch eine Unterschriftenaktion zu stoppen – ohne Erfolg.

Polizei stoppt Bus: Er verstößt gegen Verkehrs- und Werbevorschriften

Und erfolglos geht es für die konservativen Aktivisten weiter: Die Stadtregierung von Madrid ließ den Bus nun von der Stadtpolizei stoppen. Man sehe den Bus als Anstiftung für Hassverbrechen, der „gegen die Vorschriften für den Straßenverkehr und öffentliche Werbung“ verstoße, wie Rita Maestre, die Sprecherin der Stadtregierung, erklärte.

Denn Werbung sei in der spanischen Hauptstadt nur auf öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt. Und aufgrund dieser Bestimmung kann der Kampagnenbus außer Gefecht gesetzt werden. „Madrid ist eine integrative und einladende Stadt, auf deren Straßen es keinen Platz für Transphobie gibt“, so Maestre weiter.

Nun prüft die Regierung von Madrid rechtliche Maßnahmen gegen die konservative Gruppe

Neben der linken Stadtregierung protestierten auch sämtliche Oppositionsparteien und die Gewerkschaften gegen den Kampagnenbus der ultrakonservativen Katholiken. „Es ist eine Hasskampagne, die auf Intoleranz basiert“, erklärte Angeles Alvarez, Sprecher für Gleichstellung bei der sozialdemokratischen PSOE, gegenüber der Zeitung „El País“.

Auch Cristina Cifuentes von der konservativen Madrider Regionalregierung verurteilte die Aktion. Sie nannte den Bus „eine Schande“ und forderte die Staatsanwaltschaft auf, Untersuchungen gegen die katholische Bürgerplattform einzuleiten.

Auch in Barcelona ist der Bus nicht willkommen, macht die Bürgermeisterin klar

Die Aktivisten von „Hazte Oir“ wollten mit dem Bus in den nächsten Tagen durch verschiedene spanische Städte wie Valencia, ​​Zaragoza, Pamplona, ​​San Sebastian, Bilbao und Vitoria touren und am Freitag in Barcelona ankommen. Doch in der katalanischen Hauptstadt sind sie nicht willkommen, machte die Bürgermeisterin von Barcelona klar.

Ein solcher Bus habe in Barcelona nichts zu suchen, so Ada Colau auf Twitter. Wenn der Bus in der Stadt ist, könne eine Geldstrafe von bis zu 3.000 Euro verhängt werden. Außerdem prüft auch die autonome Regierung Kataloniens wie ihre Kollegen in Madrid, ob die Aktion als „Aufruf zum Hass“ eine Straftat sein könnte. Auch in Valencia gab es bereits Proteste gegen den transphoben Bus.

Ignacio Arsuaga, Vorsitzender von „Hazte Oir“, kann die Aufregung nicht verstehen. „Der Bus soll niemanden beleidigen oder diskriminieren, sondern einfach eine biologische Tatsache aufzeigen, die wir alle in der Schule gelernt haben“, gibt er sich ahnungslos.