Morddrohung: Schwule Flüchtlinge zeigen Landsmann an

Er sagte, sie würden gegen die Regeln des Islam verstoßen und zeigte ihnen sein Glied

Polizei
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Im bayerischen Schwandorf haben zwei schwule Flüchtlinge aus dem Nahen Osten einen Mitbewohner ihrer Notunterkunft angezeigt: Der Landsmann habe sie wegen ihrer sexuellen Orientierung mit dem Tod bedroht, so die 20 und 26 Jahre alten Flüchtlinge.

Der 28-jährige verheiratete Familienvater soll gesagt haben, er bringe sie um, weil sie gegen die Regeln des Islam verstießen, gaben die beiden Männer bei der Polizei zu Protokoll. Auch habe er sein Glied vor ihnen entblößt.

Polizei ermittelt und ermahnt den Verdächtigen

Nun ermittelt die Polizeiinspektion Schwandorf wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage, exhibitionistischer Handlungen und Bedrohung. Dem Polizeibericht zufolge haben die Beamten mit dem mutmaßlichen Täter ein eindringliches Gespräch geführt. Dabei forderten sie ihn auf, ein solches Verhalten künftig zu unterlassen. Der Mann selbst bestreitet alle Vorwürfe.

Die Bedrohung schwuler Flüchtlinge in Massenunterkünften ist ein ernstzunehmendes Problem. Mehrere Städte, darunter auch Wien, Berlin oder Köln bieten deshalb eigene Unterkünfte für LGBT-Geflüchtete an. Die erste derartige Einrichtung wurde in Nürnberg eröffnet, nur wenige Kilometer von Schwandorf entfernt.