Nigeria: 53 Männer bei angeblicher „Homo-Hochzeit“ festgenommen

Ihnen drohnen für die Teilnahme an der Feier bis zu zehn Jahren Haft

Flagge von Nigeria
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In Nigeria wurden am letzten Samstag 53 junge Männer festgenommen, weil sie angeblich an einer symbolischen Hochzeit von zwei Männern teilgenommen hätten. Das hat die Polizei des afrikanischen Landes bestätigt. Den Festgenommen drohen jetzt bis zu zehn Jahre Haft, sie bestreiten die Vorwürfe. Das mutmaßliche Brautpaar soll sich noch auf der Flucht befinden.

Ein Großteil der verhafteten Männer sollen Studenten sein. Wie der nigerianische Rechtsanwalt Yunusa Umar, der die meisten Männer vertritt, gab es nach der Festnahme Unregelmäßigkeiten: So sollen die meisten Verhafteten ohne Haftbefehl mehr als 24 Stunden festgehalten worden sein, erklärte er der lokalen Zeitung „Premium Times“.

Beamte stürmten eine Feier in einem Hotel

Die von der Polizei gestürmte Feier fand in einem Hotel in Zaria, einer Stadt im Norden des Landes, statt. In der Region gilt das islamische Recht, die Scharia. Die Festgenommenen betonten, dass es sich dabei um eine Geburtstagsfeier gehandelt habe und nicht um eine gleichgeschlechtliche Eheschließung.

Das wiederholten sie auch am Mittwoch, als sie einem Richter vorgeführt wurden. Alle bekannten sich nicht schuldig. Gegen eine Zahlung von je 500.000 Naira, umgerechnet knapp mehr als 1.500 Euro, könnten sie auf freiem Fuß auf ihren Prozess am 8. Mai warten. Allerdings verfügen die meisten nicht über so viel Geld: Das durchschnittliche Monatseinkommen in Nigeria liegt knapp unter 250 Euro. Deshalb versuchen nigerianische LGBT-Aktivisten, das Geld für die Kautionen aufzubringen.

Strafen wurden 2014 drastisch verschäft – im Extremfall droht auf Homosexualität die Todesstrafe

Nigeria hat im Jahr 2014 die Gesetze gegen Homosexualität drastisch verschärft: Demnach kann jeder, der an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung teilnimmt, mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Dabei ist es egal, ob die Zeremonie in Nigeria oder im Ausland stattgefunden hat – und dort vielleicht sogar legal war.

Wer eine Lebenspartnerschaft oder gleichgeschlechtliche Ehe schließt, kann sogar mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. In Regionen, in denen die Scharia gilt, kann auf Homosexualität unter bestimmten Bedingungen auch die Todesstrafe verhängt werden. Immer wieder kommt es auch zu entsprechenden Razzien und Verhaftungen.