32-Jährige mitten in Wien verprügelt: „Dachte, ein Mann brät mich an“

Wor Gericht war der 23-jährige Kaufmann dann ganz kleinlaut

Frau in Wien verprügelt
Polizei Wien

Weil er eine junge Frau für eine „Transe“ gehalten hat, schlug der 23-Jährige Okan Y. am Schwedenplatz zu. Nun musste er sich vor Gericht dafür verantworten – doch seine Rechtfertigung für den Angriff ist eigentlich ein Eigentor.

Nach einem Junggesellinnen-Abschlied werden die Frauen angepöbelt

Es war am Sonntag, dem 7. Mai Gegen 3.00 Uhr früh essen die 32-Jährige Magdalena K. und ihre Freundinnen am Schwedenplatz Nudeln – als Abschluss eines fröhlichen Junggesellinnen-Abschieds. Da kommt plötzlich der schwer betrunkene Okan Y. ins Lokal und belästigt die Frauen.

„Ihr seid keine Frauen. Ihr seht wie Transen aus“, begann er das Trio wüst anzupöbeln. Letztendlich attackierte er eine der Frauen an der Schulter und spuckte sie an, bevor er das Lokal verließ. Die Frauen liefen dem Mann nach, wollten ihn zur Rede stellen. Doch vor dem Lokal eskalierte die Situation – er schlug mit der Faust auf Magdalena K. ein.

Sie musste im AKH stationär behandelt werden. Die Ärzte diagnostizierten eine Gehirnerschütterung, einen gebrochenen rechten Daumen und Hämatome im Gesicht. Außerdem wurden durch den Schlag die Vorderzähne der 32-Jährigen verletzt – sie können nun jeden Tag ausfallen.

„Ich dachte, ein Mann brät mich an“

Okan Y. wurde – noch schwer betrunken – festgenommen. Und sein Verhalten bei der Vernehmung wirft nicht das beste Licht auf den Kaufmann. „Wieso eine Frau?“, lallte er, als ihm die Beamten den Sachverhalt erklärten. Und vor Gericht erklärte er, warum er ausgerastet war. Eine der Frauen berührte ihn aus Versehen am Ellenbogen. „Da dachte ich, ein Mann brät mich an“, erklärte der 23-Jährige Richterin Eva Brandstetter.

Diese Verteidigungstaktik ist vor allem in den USA verbreitet und heißt in Juristenkreisen „Gay Panic Defense“: Der Angeklagte gibt dabei an, vorübergehend unzurechnungsfähig gewesen zu sein, weil er (in den meisten Fällen) an einer Panik vor Schwulen leide. Deshalb könne er für die Gewalttat nicht verantwortlich gemacht werden.

Doch die Richterin ließ sich dadurch nicht beeindrucken. Sie verurteilte Okan Y. zu zehn Monaten bedingter Haft. Der 23-Jährige nahm das Urteil an. Seinem Opfer übergab er noch im Gerichtssaal 3.000 Euro Schmerzensgeld.