Irak: Schwule nach US-Angriff unsicherer

Lesben und Schwule fühlen sich nach der Invasion der US-Truppen im Irak unsicher und verteufelt. Schuld daran ist der religiöse Extremismus, der sich nach dem Einmarsch der Amerikaner ausgebreitet hat.

Unter dem Regime von Saddam Hussein war das Leben von Lesben und Schwulen im Irak relativ einfach: Teilweise wurden sie akzeptiert, teilweise einfach ignoriert. Seit dem Einmarsch 2003 wurden bereits 400 Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung umgebracht, das schwule und lesbische Leben ist wieder in den Untergrund gewandert.

Die wachsende Verfolgung, Folter und Ermordung von Homosexuellen im Irak wurde auch in einem Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jänner 2007 beschrieben. Der höchste schiitische Geistliche im Irak, Ayatollah Ali al-Sistani, rief 2005 auf, Lesben und Schwule „auf die schlimmste und härteste Art“ umzubringen. Auch wenn er er das Dekret im Jahr darauf aufgehoben hat, fühlen sich Lesben und Schwule im Irak noch immer nicht sicher. Der wachsende Einfluß des Irans, wo Schwule zum Tod verurteilt werden, verstärkt die Unsicherheit. Viele Lesben und Schwule wollen den Irak deshalb so schnell wie möglich verlassen.