Schweiz: Tripper unter Schwulen auf dem Vormarsch

In der Schweiz erkranken immer mehr Menschen an der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe (Tripper). Die gemeldeten Fälle stiegen innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent auf 1021 im vergangenen Jahr, wie das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Waren es 1997 noch weniger als 300 Tripper-Fälle in der Schweiz gewesen, waren es 2003 schon 531. Geschlechtskrankheiten nehmen in den letzten Jahren in ganz Mitteleuropa deutlich zu, so Linda Nartey, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BAG. Davon betroffen sind vor allem schwule Männer.

In der Schweiz wird der Anstieg vor allem in Kantonen mit großen Städten verzeichnet. „Hauptpunkte sind Zürich, Genf, Lausanne, Bern und zum Teil St. Gallen und das Tessin.“ Gründe für die Zunahme zu nennen, sei aber schwierig, sagte Nartey: „Es existiert keine konkrete Studie in der Schweiz.“ Das BAG geht aber davon aus, dass sich eine gewisse Präventionsmüdigkeit, Risikobereitschaft und mangelndes Wissen breit machen. Die Zunahme in den letzten Jahren ist zwar deutlich, erfordert aber keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, so das BAG. In den Zielgruppen wurde die Prävention bereits verstärkt.

Anders als bei der Gonorrhoe ist die Anzahl der Syphilis-Fälle weitgehend gleich geblieben. 2007 wurden 622 Erkrankungen gemeldet. Nachdem sich die Krankheit mehrere Jahre in Folge ausgebreitet hatte, führte das BAG ab 2006 die Meldepflicht für Syphilis wieder ein.

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