„Berufsschwuchtel“: Auch Tolar empört

Life-Ball-Organisator Gery Keszler darf von einem rechten Journalisten „Berufsschwuchtel“ genannt werden. Eine Klage Keszlers wurde abgewiesen. Jetzt gibt es auch eine Stellungnahme von Günter Tolar, einem der ersten Österreicher, der sich für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt hat: „Ich wollte das zuerst gar nicht kommentieren, denn verbale Entgleisungen gehören in Österreich zum Alltag. Dass aber eine solche eindeutig diskriminierende Entgleisung auch noch richterlich gutgeheißen wird, zeigt, in welch verlottertem Zustand unsere Kommunikationskultur ist.“

Tolar weiter: „Nur als fiktives Beispiel: Wenn ich die Frau Zeilinger (Richterin des Prozesses, Anm. d. Red.) in Folge eine ‚Homophobe Winkeljuristin‘ nennen würde, was ich auf keinen Fall machen werde, hätte ich vermutlich eine Klage am Hals, der auch stattgegeben würde. Das alles zeigt nur wieder einmal, dass man in diesem Land auf uns Lesben und Schwule ungestraft herumtrampeln darf – und niemand greift ein.“

Tolar abschließend: „Offensichtlich bestimmen bei uns ProvinzpolitikerInnen und BezirksrichterInnen, welcher Ton zu herrschen hat.“