Eingetragene Partnerschaft auf Kuba?

Kuba könnte das erste nicht-demokratische Land der Welt sein, in dem gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Partnerschaft eingehen können. Dafür setzt sich Mariela Castro, Nichte von Staatspräsident Fidel Castro, ein. Die 44-jährige leitet das staatliche Zentrum für Sexualkunde.

Derzeit berät die kommunistische Partei Kubas über Eingetragene Partnerschaften mit eheähnlichen Rechten, die homo- und heterosexuellen Paaren offen stehen sollen. Damit soll die Benachteiligung von Lesben und Schwulen reduziert werden. Derzeit würden Homosexuelle von der Bevölkerung nach wie vor als minderwertig angesehen. Eine staatliche Anerkennung könne das ändern. Des Weiteren berät die Parteiführung die Möglichkeit, Geschlechtsanpassungen in Kuba zuzulassen. Bislang gebe es auf der Insel 27 diagnostizierte Transsexuelle, denen eine Operation ermöglicht werden müsse. Ein derartiges Gesetz hatte Mariela Castro bereits 2006 angeregt.

Bisher hatten Schwule und Lesben auf Kuba einen schweren Stand: Nach der Revolution 1959 schickten die Kommunisten Homosexuelle in Arbeitslager, in denen viele ermordet wurden. Im Jahr 1979 wurde Homosexualität zwar offiziell legalisiert, allerdings drohte Schwulen und Lesben auch weiterhin die Inhaftierung wegen „antisozialen Verhaltens“. In den letzten Jahren hat sich die Situation verbessert, Gruppen und Paraden sind aber nach wie vor verboten.