Sydney: 30. Mardi Gras voller Erfolg

Der 30. Mardi Gras in Sydney war ein voller Erfolg: Rund 300.000 Menschen haben auf der größten lesbischwule Parade im asiatisch-pazifischen Raum gefeiert. Unter anderem marschierten mit Pailletten besetzte Flugbegleiter, Nonnen und muskulöse Bademeister bei dem farbenfrohen Zug mit. Bereits ein Klassiker für Australien: zahlreiche Kylie-Doubles.

Auch eine Gruppe der „78er“, die 1978 den ersten Mardi Gras organisierten, marschierte mit. Einer dieser Teilnehmer gegenüber der britischen Seite pinknews.co.uk: „Es ist für junge Menschen aus ländlichen Gebieten und Vorstädten immer noch schwierig offen zu leben.“ Der erste Marsch vor 30 Jahren fand statt, als männliche Homosexualität im australischen Bundesstaat New South Wales noch verboten war. Damals gab es heftige Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Demonstranten und mehr als 50 Festnahmen.

Politisch bleibt der Mardi Gras trotz der glitzernden Kostüme. Heuer setzt die Veranstaltung ein deutliches Zeichen gegen homophobe Gewalt: Die Parade wurde von zwei Männern angeführt, die vor drei Monaten in Darlinghurst zusammengeschlagen wurden, weil sie Händchen hielten.

Eine weitere bemerkenswerte Gruppe, die mit marschierte, waren 100 Geistliche verschiedener Konfessionen, die auf diesem Wege um Entschuldigung für die Diskriminierungen ihrer Kirchen bitten wollten. Das erste Mal seit 1984 nahmen auch Angehörige der australischen Armee teil. Auch die australische Polizei war mit einer Gruppe schwuler Cops vertreten.