Norwegen: Homo-Ehe kommt

Die Norwegische Regierung plant ein neues Eherecht, dass schwulen und lesbischen Paaren die gleichen Rechte wie Heterosexuellen gibt, inklusive Trauungen in der Kirche, Adoptionen und künstlicher Befruchtung. Allerdings müssen Geistliche gleichgeschlechtliche Paare nicht trauen. Die staatliche norwegische evangelische Kirche ist in dieser Frage gespalten.

Das Gesetz war auch in der von den Sozialdemokraten geführten Koalition nicht unumstritten. Die Zentrumspartei, eine der drei Koalitionsparteien, hat die Abstimmung für ihre Abgeordneten freigegeben. Die konservative Opposition war strikt gegen das Gesetz. Trotzdem hat der Gesetzesentwurf das Parlament problemlos passiert. Die Ministerin für Kinder und Gleichberechtigung, Anniken Huitfeldt, ist zufrieden: „Das neue Eherecht ist ein Schritt vorwärts, so wie das Wahlrecht für alle und die Gesetze zur Gleichberechtigung.“ Das alte Gesetz aus dem Jahr 1993 hat Lesben und Schwulen die Möglichkeit einer eingetragenen Partnerschaft gegeben, ihnen allerdings kirchliche Trauungen oder das Adoptionsrecht verwehrt.

Kritikern gibt Ministerin Huitfeldt eine klare Antwort: „Das neue Gesetz schwächt die Ehe nicht, im Gegenteil: Es stärkt sie. Die Ehe wird nicht weniger wert, nur weil sie mehr Menschen schließen können“.