Kuba: Fortschrittliches Gesetz für Schwulenrechte kommt

Die Abgeordneten in Kuba werden im Juni über ein Gesetz entscheiden, dass dem Land eine Vorreiterrolle bei den Rechten für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen gibt. So wird es zukünftig in Kuba verboten sein, diese Gruppen im Beruf oder im Mietrecht zu diskriminieren. Weiters werden Eingetragene Partnerschaften eingeführt, die allerdings nicht die gleichen Rechte wie die Ehe haben. Auch Adoptionen sind nicht möglich. Transgender-Personen können auf Ausweisen ihr Geschlecht wählen. Außerdem werden geschlechtsanpassende Operationen vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt.

Möglich werden diese Neuerungen durch das Engagement von Mariela Castro, der Tochter des neuen kubanischen Präsidenten Raul. Sie ist Vorsitzende des staatlichen Zentrums für Aufklärung und hat sich schon sehr lange für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt. Castro meint in einem Interview mit der BBC, sie hätte gerne die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Gemeinsam mit Aktivisten aus der Lesben und Schwulenszene sind sie aber zu dem Schluss gekommen, dass das keine Mehrheit in der kubanischen Bevölkerung findet und so das Gesetz gefährdet. „Viele gleichgeschlechtliche Paare haben mich gebeten, keine Verzögerung des Gesetzes durch das Wort „Ehe“ zu riskieren.“, so Castro.

Lesben und Schwule mussten in Kuba lange um ihre Rechte kämpfen. Es gibt in der Hauptstadt Havanna nach Infomationen der amerikanischen Seite „365gay.com“ keine Szene, lediglich eine Bar veranstaltet einmal die Woche eine „Gay Night“. Vor der Machtergreifung der Kommunisten wurden Lesben und Schwule festgenommen, danach zur „Umerziehung und Rehabilitation“ in Arbeitslager gesteckt. Diese Lager wurden vor einigen Jahren geschlossen. In den 1980er Jahren gab es von der Parteiführung organisierte Massenaufmärsche gegen Homosexualität.