Schulen verbannen Homo-Bücher nach Moslem-Protesten

„König und König“ – ein Buch, in dem sich ein Prinz in einen Prinzen verliebt, wurde aus zwei englischen Grundschulen verbannt, weil sich muslimische Eltern darüber beschwert hatten.

„Familien haben zu uns gesagt: Unser Kind kommt nach Hause und redet über gleichgeschlechtliche Beziehungen, bevor wir überhaupt mit ihnen über heterosexuelle Beziehungen geredet haben“, sagt Faruk Siddike von der Muslimischen Vereinigung in Bristol der Tageszeitung „Daily Mail“. Jetzt verlangen die muslimischen Eltern mehr Mitspracherecht bei den Unterrichtsinhalten. „Im Islam wie auch im Christentum und vielen anderen Religionen sind homosexuelle Beziehungen nicht akzeptabel“, so Siddike. Der zentrale Punkt sei aber, „dass sich niemand die Mühe gemacht hat, sich mit den Eltern zu verständigen“. Bis zu 70 Prozent der Kinder an den beiden Schulen kommen laut Bericht aus muslimischen Familien.

Eine Sprecherin der Stadt Bristol sagte, die Schulen seien gesetzlich verpflichtet, gegen Homophobie vorzugehen. Man habe die umstrittenen Unterrichtsmaterialien aber „vorläufig aus dem Verkehr gezogen“, bis die Sache geklärt sei. Die beiden Schulen in Bristol im Südwesten Englands hatten die Bilderbücher nach eigenen Angaben eingesetzt, um den Schülern Toleranz beizubringen. Viele Eltern fanden jedoch, ihre Kinder seien zu jung, um mit Themen wie Homosexualität konfrontiert zu werden.

Die eingesetzen Bücher – „König und König“ und „Mit Tango sind es drei“, das die Geschichte eines schwulen Pinguinpärchens erzählt – gelten als besonders geeignet, Homophobie und Vorurteile bei Kindern abzubauen.