Deutschland: Uni verbietet Regenbogenflagge

Die Universität Potsdam verbietet die Regenbogenfahne. Das internationale Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung darf nicht auf dem Campus der Universität gehisst werden, entschied jetzt das Präsidialbüro der Universtität. Die schwul-lesbische Hochschulgruppe „QueerUP“ wollte die Fahne anlässlich des Christopher Street Day, der am Samstag in ganz Brandenburg gefeiert wird, auch auf dem Uni-Campus hissen.

Als Grund für das Verbot nannte das Präsidialbüro, dass „die Außenwahrnehmung der Hochschule in ihrer Gesamtheit vornehmlich auf hochschulpolitische Themen beschränkt sein sollte“. Eine „politische Positionierung der Hochschule als Ganzes“ sei jedoch in dieser genauso wie in anderen Fragen nicht gewollt, so die Sprecherin.

Der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) der Universität, vergleichbar mit der ÖH in Österreich, protestiert gegen die Entscheidung der Universität. Sie sei „das falsche Signal“. „QueerUP“-Mitglied Martin Neumann erklärt, mit der Entscheidung gegen die Regenbogenfahne hat die Uni der Hochschulgruppe die „Hochschulrelevanz“ abgesprochen.

Auch Carsten Bock von der Arbeitsgemeinschaft „Tolerantes Brandenburg“ bezeichnet die Ablehnung als falsches Signal. Seiner Ansicht nach behandle an der Universität sehr oft schwul-lesbische Themen. So arbeitet sie die Behandlung der Homosexualität an der Hochschule auf, initiiert Projekte in den Fachbereichen und widmet sich auch sozialwissenschaftlichen Problematiken im Humanwissenschaftlichen Bereich und in der Ausbildung von Pädagogen.

Der AStA verweist außerdem darauf, dass der Potsdamer Oberbürgermeister die Regenbogenfahne als Zeichen der Toleranz, Vielfältigkeit, der Hoffnung und Sehnsucht seit einigen Jahren auch vor dem Potsdamer Stadthaus offiziell hisst. Der AStA will trotz des Verbots die Regenbogenfahne auf dem Uni-Campus hissen – allerdings erst am Dienstag und an einem „eigenen Fahnenmast“.