Fast jeder zweite HIV-Positive weiß nicht, dass er infiziert ist

Zu einem traurigen Ergebnis kommt eine Studie über HIV-positive Schwule in Großbritannien. Dabei befragten zwei große Forschungseinrichtungen insgesamt 3.501 Schwule in Lokalen, Clubs und Saunas von fünf Großstädten in England und Schottland und nahmen ihnen Speichelproben für einen HIV-Schnelltest ab. Insgesamt kamen dabei 318 Proben, das sind neun Prozent, positiv zurück. Von diesen positiv getesteten Männern wussten 41 Prozent nicht, dass sie infiziert sind.

Ein weiteres Ergebnis: Die positiv getesteten Schwulen waren eher arbeitslos, weniger gebildet und hatten mehr Risiko-Sex als die negativ Getesteten – und zwar unabhängig davon, ob die Positiven ihren HIV-Status kannten oder nicht.

Außerdem haben Männer, die wissen, dass sie HIV-positiv sind, mehr ungeschützten Sex als HIV-Negative oder Männer, die von ihrer HIV-Infektion nichts wissen. Dabei warnen Ärzte vor unsafem Sex zwischen Positiven, weil es dabei zu Mehrfachinfektionen kommen kann.

„Safer Sex zu praktizieren scheint unter Menschen, die mit HIV leben, problematisch zu sein“, fasst der Bericht das Ergebnis zusammen. Die Forscher gehen auch davon aus, dass die wirkliche Anzahl Positiver noch höher sein könnte: „Es ist möglich, dass Männer, die nur Safer Sex betreiben, eher bereit waren, in der Untersuchung mitzuwirken.“ Die Studie wurde von der Forschungseinrichtung Medical Research Council und dem University College London durchgeführt. Sie befragten Schwule aus Glasgow, Edinburgh, London, Brighton und Manchester.