Ungarn: Brandanschlag auf Schwulensauna

In Ungarn haben sich Rechtsextreme gezielt Schwule als Zielscheibe ausgesucht: Wenige Tage vor dem CSD in Budapest haben Unbekannte zwei Anschläge auf die beliebteste Schwulensauna der Stadt, die „Magnum“-Sauna, verübt. Außerdem formieren sich Rechtsradikale im Internet.

So ist am Mittwoch in der Früh ist zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ein Brandanschlag auf die Sauna verübt worden. Unbekannte warfen insgesamt vier Molotow-Cocktails. Ein Gast erlitt dabei eine leichte Rauchvergiftung. Der Anschlag war zuvor telefonisch angekündigt worden. Außerdem wurde in den letzten Tagen bereits eine Bar Ziel eines Brandanschlages.Im Internet haben Rechtsradikale zu Protesten während der Parade aufgerufen. Sie fordern von „ungarischen Patrioten“ Härte: „Wir werden es nicht tolerieren, dass ausländische Perverse jeglicher Hautfarbe ihre ausländische und kranke Welt nach Ungarn bringen“, sagen die Lesben und Schwulen auf entsprechenden Homepages den Kampf an.

Homo-Aktivisten äußern massive Kritik an der Polizei: „Wir glauben nicht daran, dass die Behörden schwul-lesbische Einrichtungen schützen können, wie sie es versprochen haben“, so Gábor Kuszing, der den CSD am Samstag organisiert. Denn der ungarische Staat reagiert lasch: Die rechte Gruppe „Rendszerváltó Fórum“ („Forum für eine Systemveränderung“) darf am Samstag gegen den CSD zu protestieren. Polizeisprecherin Éva Tafferner erklärte, die Beamten würden alles tun, um die Demonstranten von den CSD-Teilnehmern fern zu halten.

Ungarn gehört zu Ländern des ehemaligen Ostblocks, die beim Thema Homo-Rechte als eher liberal gelten. So verabschiedete der EU-Staat als drittes postkommunistisches Land nach Tschechien und Slowenien die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften. Das Gesetz soll am 1. Januar 2009 in Kraft treten.