Weniger Schwule in Deutschland als bisher angenommen?

In einer aktuellen Studie, die von der Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung im Auftrag von ProSieben durchgeführt wurde, haben nur 1,8 Prozent der 56.000 Befragten angegeben, lesbisch oder schwul zu sein.

Das sind deutlich weniger als die durch den Kinsey-Report angegebenen zehn Prozent gleichgeschlechtlich liebender Menschen.

Der Leiter der Studie, Prof. Dr. Jakob Pastötter, erklärte das Ergebnis gegenüber stern.de mit einer scheinbar deutschen Besonderheit: „Eine Erklärung wäre, dass sich viele Schwule in Deutschland im Gegensatz zu den USA nicht als solche begreifen, sondern als bisexuell ansehen“.

Auch für Pastötter ist das Ergebnis „merkwürdig“. Der Kinsey-Report sei aber auch weit fassender. Immerhin seien alle gleichgeschlechtlichen Orgasmen abgefragt worden, unabhängig von der sexuellen Orientierung.

Wie hoch der Anteil von Lesben und Schwulen an der Bevölkerung ist, schwankt von Studie zu Studie zwischen einem und zehn Prozent, je nach der Fragestellung. So fand eine US-Studie heraus, dass 2,9 Prozent der Amerikaner homo- oder bisexuell sind. Allerdings war dabei der Anteil bei Jüngeren höher, weil sie unter Umständen offener mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen.