Kalifornien: Andrang aufs Standesamt

Weil sie fürchten, nach einer Volksabstimmung am 4. November Anfang November könnte die Homo-Ehe in Kalifornien wieder abgeschafft werden, lassen sich viele schwule und lesbische Paare jetzt noch schnell trauen.

„Die Leute werden langsam unruhig“, sagt Karen Hong Lee vom Standesamt in San Francisco der amerikanischen Zeitschrift „Time“. Das Ergebnis der Volksamstimmung werde eng, sagt sie, „und jetzt gerade ist es legal. Warum also warten? Warum sollte man es riskieren, am 5. November zu heiraten?“

Die Zahl der Paare, die sich in vielleicht letzter Minute trauen lassen wollen, steigt, seit die Befürworter einer Verfassungsänderung, die die Homo-Ehe verbietet, in Umfragen wieder Aufwind bekommen haben. Seit Mitte Juni dürfen Lesben und Schwule in Kalifornien heiraten. Mehr als 11.000 homosexuelle Paare haben bereits von diesem Recht Gebrauch gemacht. Das geht aus einer Untersuchung der Universität von Kalifornien in Los Angeles hervor. Zum Vergleich: In Massachusetts, wo Lesben und Schwule seit Mai 2004 heiraten können, haben es nur insgesamt 10.400 homosexuelle Paare getan.

Mittlerweile ist der Andrang auf gleichgeschlechtliche Aufgebote in San Francisco so hoch, dass das Standesamt die Zahl der möglichen Termine verdoppelt hat und einen zweiten Standesbeamten dafür abgestellt hat.