[Exklusiv] Dancehall-Hass-Sänger wieder in Wien

Erneut kommen jamaikanische Dancehall-Sänger nach Wien, die in ihren Liedern Gewalt gegen Lesben und Schwule fordern.

So findet am 7. November in der Bank Austria Halle im Gasometer das „Wintersplash“ Reagge-Festival statt. Ein Künstler, auf den die Veranstalter besonders stolz sind, ist Anthony B.: „In seinen Texten will er vor allem auf Armut und Unterdrückung hinweisen“, heißt es in der Pressemitteilung. Was die Veranstalter verschweigen: Auch Gewalt gegen schwule Männer ist Teil seiner Texte, zum Beispiel in „Cut Out That“ und „Bun down Sodom“.

Und er ist nicht der einzige schwulenfeindliche Interpret dieses Konzertes: Auch Capleton steht bei der Veranstaltung Anfang November auf der Bühne. Er hat zwar im Mai 2007 den „Reggae Compassionate Act“ (RCA) unterschrieben, sein Konzert in Basel am Tag davor ist trotzdem heftig umstritten: So fordert Axel Schubert von der homosexuellen Arbeitsgruppe Basel (Habs) den Veranstalter in einem offenen Brief auf, das Konzert abzusagen. Zwar spiele Capleton seine schwulenfeindlichen Songs nicht mehr, er habe aber als Star in Jamaika mit seinen Texten zum homophoben Klima beigetragen, so Schubert.

Außerdem sind diese Lieder nach wie vor im Handel erhältlich. In „Muo Faia“ singt er zum Beispiel „Sie sollen wissen, Capleton verbrennt Schwule. Das Gleiche passiert des Lesben. (…) Ich sage, ich verbrenne jeden, sobald ich weiß, er ist schwul.“

Dass Capleton den RCA unterschrieben hat und sich von solchen Texten distanziert, hängt er nicht an die große Glocke: Auf seiner offiziellen Homepage findet sich kein Hinweis darauf. Und dort kann man auch die kritisierten Alben zu seinem Lieblingsalbum wählen.


Links zum Thema

  • GGG.at: Schwerpunkt Hass-Sänger
  • GGG.at Schwerpunkt Hass-Sänger: Der Reggae Compassionate Act