Spanisches Königshaus spielt Aussagen der Königin herunter

Das spanische Königshaus relativiert nun die Äußerungen von Königin Sofía zur Homo-Ehe und anderen politischen

Themen. Die Königin hat sich gegen lesbischwule Paraden ausgesprochen und gemeint, gleichgeschlechtliche Verbindungen sollten nicht als Ehe bezeichnet werden.

Wie es in einem offiziellen Kommuniqué heißt, habe die Monarchin habe die Meinungen „in einem privaten Rahmen“ geäußert. Außerdem seien die Äußerungen der Königin in dem Buch nicht korrekt zitiert worden.

Das weist die Autorin des Buches, Pilar Urbano, scharf zurück: „Die Zitate in meinem Buch geben genau das wieder, was die Königin gesagt hat.“ Sofía habe bei den Gesprächen von Anfang an gewusst, dass ihre Äußerungen in einer Biografie abgedruckt würden, so Urbano. Außerdem habe das Königshaus das Buch gegengelesen und die Veröffentlichung authorisiert.

Die Madrider Zeitung „El Mundo“ hält der Königin nun ein antiquiertes Weltbild der Königin vor und wundert sich, dass die Monarchin vom Gebot der politischen Neutralität abgewichen sei. „Die Äußerungen waren nicht angebracht“, kommentiert das Blatt. Die Darstellung des Königshauses, wonach Sofía nicht korrekt zitiert wurde, sei „wenig glaubwürdig“. Die Zeitung „Público“ titelte: „Warum hat sie nicht die Klappe gehalten?“ Eine Karikatur zeigt, wie Juan Carlos im Garten des Zarzuela-Palasts ein Schild aufstellt: „Ruhe bitte“.