Fußball-Präsident erwartet kollektives Outing in der deutschen Liga

Corny Littmann, Hamburger Theaterbesitzer und offen schwuler Präsident der FC St. Pauli, hält das erste Outing eines schwulen Profi-Fußballers in den nächsten zwölf Monaten für möglich. Das sagte er in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt.

Dabei erwartet Littmann, dass sich mehrere Fußballspieler gleichzeitig zu ihrer Homosexualität bekennen: „Wenn es passiert, werden es mehrere zeitgleich tun. Mannschafts- und vielleicht auch ligenübergreifend. Vorher erwarte ich aber noch das Outing eines namhaften Exprofis. Das wäre der nächste Schritt“, sagt er in dem Interview.

Den dann geouteten Kickern droht ein allerdings Karriereknick, befürchtet Littmann. „Kölns Trainer Christoph Daum ist doch das lebende negative Beispiel. Und der ist mit seinen Ansichten sicher nicht allein“, gibt der Hamburger zu bedenken. Weiters warnt er davor, die verschiedenen Kulturen innerhalb eines Teams zu unterschätzen. „Ein Kroate, Serbe oder Russe würde sicherlich anders reagieren als ein Deutscher“, fürchtet Littmann.

Er selbst schätzt, dass etwa fünf Prozent der Spieler in den drei deutschen Profiligen homosexuell sein dürften, das wären etwa 70 Männer.