Wuppertal: Pfiffe gegen Capleton

Heftige Proteste gegen einen Auftritt des jamaikanischen Hass-Sängers Capleton gab es in Wuppertal: Wie die „Westdeutsche Zeitung“ berichtet, haben sich etwa 60 Demonstranten vor dem Eingang des Clubs, in dem der Sänger auftrat, versammelt und mit Transparenten, Pfiffen und „Heute kein Einlass!“-Rufen gegen das Konzert protestiert. Dabei haben die die Besucher als „Schwulenhasser“ oder „homophobe Arschlöcher“ beschimpft – was bei den Dancehall-Fans für Unverständnis sorgte.

Capleton hat in Songs mehrfach zum Mord an Homosexuellen aufgerufen. Den „Reggae Compassionate Act“, den er 2007 unterschrieben hat, hat er bereits im Dezember desselben Jahres wieder gebrochen.

Deshalb wurde der Veranstalter – der Wuppertaler U-Club – aufgefordert, die Veranstaltung abzusagen. Sogar der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung kritisierte das Konzert. Veranstalter Tillmann Rudorff ließ sich davon nicht beeindrucken. Gegenüber der „Westdeutschen Zeitung“ erklärte er lapidar: „Das Problem hat man bei fast allen jamaikanischen Künstlern. Wenn wir einen ausländischen Künstler buchen, bringt der seinen Kulturkreis natürlich mit.“ Bei früheren Auftritten in Wuppertal – 2005 und 2006, damals ohne Proteste – habe Capleton auf Hasstiraden verzichtet, so Rudorff.