Auch ÖVP für Homo-Ehe am Standesamt?

Auch die konservative Volkspartei bewegt sich immer stärker in Richtung Homo-Ehe. In einem Interview betont der neue ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger, er wünsche sich bei der Eingetragenen Partnerschaft für Lesben und Schwule eine Klärung „in den nächsten Monaten“.

In die Debatte rund um das Standesamt bringt Kaltenegger eine neue Facette: Bis jetzt gab es in seiner Partei fortschrittliche Kräfte rund um den neuen Obmann Josef Pröll, die für eine Zeremonie am Standesamt waren, und konservative Gruppen, die schwule und lesbische Paare lieber am Bezirksgericht sehen möchten. Der neue Generalsekretär spricht sich jetzt für eine Eintragung am Standesamt aus – allerdings ohne Zeremonie. Dabei unterläuft ihm ein Freudscher Versprecher: „Ich glaube nicht, dass in Österreich die Zeit schon reif ist, eine Zeremonie am Standesamt abzuführen“, so Kaltenegger in dem Interview. Er ergänzt: „Sollte sich die Gesellschaft ändern, werden wir diese Haltung vielleicht überdenken.“

Generell bleibe die Volkspartei bei ihrer Position „rechtliche Gleichstellung ja, Adoption nein“, betonte Kaltenegger. Der von der vergangenen Regierung vorgeschlagene Entwurf für ein Partnerschaftsgesetz stieß unter Lesben- und Schwulenorganisationen für herbe Kritik: So sah der Entwurf keine Generalklausel vor, der homosexuelle Paare in sämtlichen Bereichen – zum Beispiel bei der Sozialversicherung oder im Fremdenrecht – automatisch gleichstellt.