Vatikan: „Sind nicht schwulenfeindlich“

Die römisch-katholische Kirche rudert bei der Diskussion um die weltweite Straffreiheit von Homosexualität zurück: Nachdem der Vatikan eine entsprechende Initiative des EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy verurteilt hat, betont Vatikan-Sprecher Federico Lombardi jetzt, die römisch-katholische Kirche sei „gegen jede Kriminalisierung von Homosexualität“.

Wie die Nachrichtenagentur Kathpress meldet, betont der Jesuitenpater, dass die Kirche auf dem Respekt vor den Rechten und der Würde jedes Menschen bestehe und sich „ausdrücklich in Bezug auf Homosexualität gegen jede Diskriminierung ausgesprochen“ habe. Nachdem der Text des Vorschlags von Sarkozy noch nicht veröffentlicht wurde, drehe sich die Diskussion darüber um einen Gegenstand, der nicht klar sei. Die Kirche dürfe nicht als Gegner der Menschenrechte abgestempelt werden, weil sie homosexuelle und heterosexuelle Kontakte nicht auf die gleiche Stufe stelle, so der Vatikan-Sprecher.

Dabei bezieht sich Lombardi auf den Katechismus der römisch-katholischen Kirche. Dieser unterscheidet zwischen homosexueller Veranlagung einerseits und homosexuellen Akten. Während nach dem Katechismus homosexuell veranlagten Menschen nach den Regeln der Kirche „mit Achtung, Mitleid und Takt“ zu begegnen sei, sind gleichgeschlechtliche sexuelle Akte eine „schlimme Abirrung“, die „gegen das natürliche Gesetz“ verstößt und „in keinem Fall“ gebilligt werden könne.