Wegen HIV-Hilfe: Schwule im Senegal zu acht Jahren Haft verurteilt

Wegen Homosexualität sind in Dakar, der Hauptstadt des Senegals, neun Männer zu jeweils acht Jahren Haft verurteilt worden. Das sind drei Jahre mehr als die vom Staatsanwalt geforderte Höchststrafe von fünf Jahren. Der Richter begründete dies mit dem „erschwerenden Umstand der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation“: Die meisten Angeklagten gehören einer Hilfsorganisation für aidskranke und HIV-infizierte schwule Männer an.

Nach Angaben eines Verteidiger eines der Männer sind das die höchsten Strafen, die im Senegal jemals gegen Schwule verhängt worden seien. Die im Dezember festgenommenen Angeklagten mussten sich vor Gericht wegen „unanständigen Benehmens, unnatürlichen Handlungen und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation“ verantworten.

Repressionen gegen Schwule sind im Senegal keine Seltenheit: So wurden vor etwa einem Jahr 20 Männer verhaftet, weil sie an einer angeblichen Schwulenhochzeit teilgenommen hätten. Auch wollen die Behörden offenbar gezielt schwule Aktivisten verhaften oder aus dem Land vertreiben.