15 Monate Haft: Boy George bangt um sein Leben

Boy George muss ins Gefängnis. Der Ex-„Culture Club”-Frontmann wurde wegen „grundloser Gewalt“ zu 15 Monaten Haft verurteilt.

Vor zweieinhalb Jahren hatte sich der DJ, der bürgerlich George O’Dowd heißt, den norwegischen Escort Auden Carlsen mehrmals in seine Londoner Wohnung eingeladen. Als sich dieser angeblich am Computer des Stars zu schaffen gemacht hat, soll Boy George ihn gefesselt und schließlich mit einer Kette verprügelt haben. Zumindest der Prügelvorwurf hielt vor Gericht nicht: Die blauen Flecken kommen nicht von einer Kette, sondern von Carlsens HIV-Infektion. Der 47-Jährige erklärte dem Gericht, er sei nicht gewalttätig geworden.

Doch Richter David Radford glaubte das dem Sänger nicht: „Während Herr Carlsens Verletzungen weder ernst noch dauerhaft waren, gibt es meiner Meinung nach keine Zweifel, dass die vorsätzliche und demütigende Tat des Fesselns Herrn Carlsen geschockt, entwürdigt und traumatisiert hat“, so Radford. „Er wurde seiner Freiheit und Menschenwürde ohne Warnung und ohne Erklärung beraubt. Er wusste nicht, warum und wie lange er der Tortur ausgesetzt sein würde“, erklärt der Richter das Urteil weiter.

Nach der Urteilsverkündung brach Kevin O’Dowd, der Bruder von Boy George, weinend vor dem Gerichtsgebäude zusammen. Und auch der Ex-Star selbst fürchtet im Gefängnis um sein Leben. Auf dem Weg ins Gefängnis soll er geschluchzt haben: „Ich kann nicht ins Gefängnis. Sie werden versuchen, mich umzubringen.“

Diese Angst ist berechtigt. Ein Gefängnisinsider sagte der britischen Boulevardzeitung „Mirror“: „Er ist offen schwul und berühmt. Das macht ihn zu einem interessanten Ziel für alle, die sich im Knast einen Namen machen möchten.“ Deshalb wurde Boy George zunächst auf die Krankenstation des Londoner Pentonville Gefängnis verlegt.

In der Krankenstation, auf der übrigens auch schon Blake Fielder-Civil , der Ehemann von Amy Winehouse untergebracht war, wird der Sänger jetzt psychologischen Tests unterzogen. Außerdem muss das Gefängnispersonal regelmäßig nach ihm sehen, um zu verhindern, dass er Selbstmord begeht.

Sobald es ihm besser geht, soll er in der Essensausgabe des Gefängnisses arbeiten. Damit verdient Boy George sechs Pfund, umgerechnet 6,70 Euro, pro Woche.