Ermordet und zerstückelt: Ex-Kollege in Haft

Ein Aufatmen geht durch die Münchner Schwulenszene: Der brutale Mörder von Markus Schindlbeck ist gefasst. Und: Es war offenbar niemand aus der Community.

Dringend tatverdächtig ist ein 39 Jahre alter Ex-Kollege Schindlbecks. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Kennengelernt haben sie sich bei der Arbeit in München. Im letzten Jahr ist der Täter dann in den Raum Wien gezogen. Warum die beiden noch Kontakt hatten, ist unklar.

Nach der Tat flüchtete der Mann zunächst mit dem silbernen Opel Vectra seines Opfers nach Italien. Bei seiner Flucht fuhr der Mann dabei quer durch Österreich, Tschechien, Italien und Deutschland. Dabei wägte er sich offenbar in Sicherheit: Bei der Festnahme hat er sich sogar mit den Papieren seines Opfers ausgewiesen. Auch hat er mit Schindlbecks Kreditkarte getankt und eingekauft. 100 Meter vor der ungarischen Grenze wurde der Mann schließlich während einer Schengen-Kontrolle von einem gemeinsamen Team der österreichischen und ungarischen Polizei gestellt und verhaftet.

Derzeit wird der Mann in Anwesenheit bayerischer Beamter von der österreichischen Polizei in Wien verhört. Bis jetzt gibt es noch kein Geständnis. Für die Polizei besteht aber „kein ernsthafter Zweifel“, dass der Mann der Mörder sei. Auch das Motiv für die grausame Tat ist noch unklar, die Polizei geht von Habgier aus. Der 39-Jährige soll bereits in den kommenden Tagen nach Deutschland ausgeliefert werden.

Markus Schindlbeck ist Ende Jänner in seiner Wohnung ermordet und anschließend zerstückelt worden. Erste Leichenteile tauchten am vergangenen Freitag auf: Ein Angler fand zwei Arme in der Isar, der kopflose Torso wurde von einem Jäger an der deutsch-tschechischen Grenze im Wald gefunden. Nach dem Kopf und den Beinen der Leiche wird noch gesucht. In einer ersten Vernehmung soll der Verdächtige den Ermittlern gesagt haben, er habe den Kopf der Leiche in den Inn geworfen und die Beine in ein Waldstück bei Tschechien.