Nach Mobbing: Schwuler Bim-Fahrer wartet noch auf sein Geld

Jener schwule Straßenbahnfahrer, der von Kollegen, Personalvertretern und Vorgesetzten jahrelang wegen seiner sexuellen Orientierung schikaniert und beschimpft worden sein soll, wartet immer noch auf das Geld, das ihm das Gericht zugesprochen hat. Das berichtet die „Wiener Zeitung“.

So hat das Arbeits- und Sozialgericht entschieden, dass die Kündigung von Roland R. bei den Wiener Linien nicht rechtmäßig war und sie aufgehoben. Das zuständige Magistrat hat gegen das Urteil berufen. Sein Geld müsste der Mann aber trotzdem bekommen, meint dessen Anwalt Michael Sommer. Denn das entgangene Gehalt, so der Jurist, wird schon nach dem Urteil in erster Instanz fällig. Fast ein Jahr nach dem Urteil wartet Roland R. aber noch immer auf das Geld. Der Betrag ist mittlerweile auf über 170.000 Euro angestiegen. Jetzt klagt er, um das Geld auch zu bekommen.

Für die finanzielle Notlage, in die er nach der Kündigung gekommen war, klagt Roland R. die Wiener Linien noch einmal um 40.000 Euro: Er musste zu dieser Zeit Versicherungen auflösen und seine Münzsammlung verkaufen, heißt es. Eine Schadensersatzklage für die jahrelang erlittenen Qualen ist noch nicht eingebracht worden.

Bitter enttäuscht zeigt sich der 38-Jährige Ex-Straßenbahner im Interview mit der „Wiener Zeitung“, dass das Mobbing eines offen schwulen Mannes bei den Wiener Linien keine Konsequenzen hat – obwohl der frühere Stadtwerke-Chef Felix Joklik eine Untersuchung angekündigt hat. „Nichts ist passiert. Einer der Mobber, der auch Personalvertreter war, ist sogar weiterhin Bezirksrat der SPÖ“, so der Mann.

Von den Verantwortlichen der Wiener Linien und der Stadt Wien gab es noch keine Stellungnahme.