Österreichischer Pius-Bruder wettert gegen Schwule

Auch bei uns sorgen die Vertreter der umstrittenen erzkonservativen Piusbrudersschaft jetzt für Aufregung. So hat der Distriktobere der Pius-Bruderschaft in Österreich, Helmut Trutt, in einem Interview mit der Tageszeitung „Österreich“ erklärt, dass „einige Inhalte der katholischen Kirche falsch sind“.

Denn die konservativen Katholiken sind den Piusbrüdern offenbar zu liberal: Für sie gilt die Proklamation der Menschenrechte als Beginn des Atheismus, denn „der Mensch hat allein gottgegebene Rechte“. Mit Lesben und Schwulen kennen sie kein Pardon: „Die Heilige Schrift ist diesbezüglich sehr eindeutig und da nehmen wir auch kein Blatt vor den Mund: Praktizierte Homosexualität ist eine Sünde“, so Trutt in dem „Österreich“-Interview.

In dem Interview meinte der Distriktobere auch, das jüdische Volk habe auch heute noch eine Mitschuld am Tode Jesu. Er gab auch zu, Juden zum Christentum bekehren zu wollen: „Für uns gilt das Wort der Heiligen Schrift und da wird ganz klar vom Missionsbefehl Jesu Christi gesprochen“, so Trutt gegenüber „Österreich“.

Unterdessen sorgt der Leiter der deutschen Piusbrüder, Franz Schmidberger, für weiteren Zündstoff. In einem Fernsehinterview bezeichnete er Mohammed als Kinderschänder, schließlich habe er „mit einem Mädchen geschlechtlichen Umgang gepflegt, mit acht oder neuen Jahren“. Die Grazer FPÖ-Chefin Susanne Winter für diese Aussage wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren zu einer bedingten Haftstrafe von drei Monaten und einer Geldstrafe von 24.000 Euro verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.