Psychotherapeuten: „Lesben und Schwule sind nicht krank“

Nun widerspricht auch der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie der Theorie einiger römisch-katholischer Seelsorger, Homosexualität sei eine heilbare Krankheit. In einer Aussendung heißt es ganz deutlich: „Homosexualität ist nach heutiger Auffassung eine normale Variante der sexuellen Orientierung. Homosexualität als ‚krank‘, ‚krankhaft‘ oder sogar als ‚pervers‘ zu bezeichnen und daraus die Möglichkeit der ‚Umpolung‘ abzuleiten, wäre diskriminierend und ist daher in der Psychotherapie entschieden abzulehnen“.

Der Versuch, die sexuelle Orientierung zu ändern, ist für die Experten ein „schwerer fachlicher Fehler, der zur Verunsicherung anstatt zur Stärkung der Geschlechtsidentität führen könnte. Zu befürchten wären schwere Folgeschäden wie Selbstwertstörung, Störungen in der Beziehungs- und Genussfähigkeit, Depressionen, sozialer Rückzug und Persönlichkeitsstörungen.“

Im Gegenteil: Die österreichischen Psychotherapeuten sehen es als ihre Aufgabe an, Lesben und Schwule zu stärken, ihre Sexualität bewusst anzunehmen und auszuleben: „Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung stigmatisiert werden oder Ausgrenzung erfahren, werden in der Psychotherapie unterstützt, ihre Sexualität selbstbewusst, selbstbestimmt und falls notwendig auch widerständig zu leben“, heißt es in der Aussendung weiter.