„Hollywood-Stars wollen sich nicht outen“

Große Angst, sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen, haben auch viele Schauspieler in Hollywood. Das meint Regisseur Gus Van Sant, dessen aktueller Film „Milk“ über den ersten offen schwulen Stadtrat der USA für acht Oscars nominiert ist.

„Es gibt die Angst, dass dieses Wissen die Zuschauer beeinflussen könnte und sie die dargestellten Charaktere auf der Leinwand nicht akzeptieren könnten“, sagte der Regisseur am Rande der Berlinale, wo „Milk“ seine Deutschland-Premiere feierte. „Sobald sie von viel Geld umgeben sind, werden diese Sorgen zu richtigen Ängsten – als ob sie damit weiter anschauen kann oder nicht.“

Ängste, die Van Sants aktuelle Hauptfigur Harvey Milk nicht hatte: „Er ist eine der präsentesten und schillerndsten schwulen Figuren in Amerika. Harvey war so laut und stimmgewaltig und lustig, dass er irgendwie herausstach.“

Über die Anerkennung seiner Kollegen, die den Film bei den Oscars für acht Kategorien nominiert haben, freut er sich besonders: „Wir hatten gehofft, zumindest eine zu bekommen, damit wir den Film in den Kinos halten können. Aber acht sind fantastisch.“