Utah: Gouverneur für Homo-Partnerschaften

Der Gouverneur des konservativen US-Bundesstaates Utah, Jon Huntsman Jr. von den Republikanern, hat gesagt, dass er Eingetragene Partnerschaften für schwule und lesbische Paare unterstützt. Das Besondere daran: 70 Prozent der Bewohner Utahs sind dagegen. Auch die ultrakonservativen Mormonen, die in Utah viel Einfluss haben, gelten Lesben und Schwulen gegenüber nicht als aufgeschlossen: So waren sie maßgeblich an der Volksabstimmung in Kalifornien beteiligt, die Lesben und Schwulen das Recht zu heiraten wieder genommen hat.

In Utah selbst wurde nach einer Volksabstimmung die Ehe 2004 in der Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Für Huntsman ist das kein Hindernis: Auch er sei gegen die Homo-Ehe, möchte aber mit der Eingetragenen Partnerschaft „einen besseren Job machen, wenn es darum geht, gleiche Rechte für mehr Bürger zu erreichen“.

Der Vorstoß von Huntsman ist eine direkte Folge einer Initiative, die Lesben- und Schwulengruppen in Utah gestartet haben, nachdem hohe Mormonenführer erklärt haben, nichts gegen Eingetragene Partnerschaften oder andere rechtliche Gleichstellungen von Lesben und Schwulen zu unternehmen – solange die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau unangetastet bleibt. Zu dieser Initiative gehören unter anderem auch Diskriminierungsverbote am Arbeitsplatz oder bei der Wohnungssuche, Vergünstigungen für die Partner von Angestellten des Staates Utah sowie eine Verfassungsänderung, die Eingetragene Partnerschaften ermöglicht.

Von konservativen Gruppen in Utah wird Huntsman deshalb heftig kritisiert: „Er ist bei diesem Thema auf dem Holzweg“, sagt Frank Mylar, Anwalt der „Utah Coalition for Traditional Families“. Dieser Vereinigung gehören auch dreißig Abgeordnete an, unter anderem der Präsident des Senats, der Republikaner Michael Waddoups.

Die Human Rights Campaign (HRC) als größte amerikanische Organisation für lesbischwule Bürgerrechte, lobt unterdessen den Vorstoß des Gouverneurs. HRC-Vorsitzender Joe Solmonese meint: „Diese Neuigkeiten geben Grund zur Hoffnung, und sie heben die Tatsache hervor, dass gleiche Rechte kein parteipolitisches Thema mehr sind“.

Huntsman möchte sich mit diesem Vorstoß offenbar in die nationalen Schlagzeilen bringen. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den republikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2012.